Ganz früh
am Morgen (wir dachten immer noch früher geht es nicht), machen wir
uns noch mal auf den Weg zum Lake McKenzie. Das Wasser ist noch bitterkalt
- macht aber topfit. Nach dieser Erfrischung geht’s tief durch den Wald
hinüber zur Ostküste der Insel. Durch tiefe Sandhohlwege wühlt
sich der LandCruiser langsam bis zum "75 Mile Beach" vor. Der breite Strand
ist bei Low Tide sehr gut befahrbar. Zwischendurch durchziehen allerdings
immer wieder tiefe Furten mit scharfen Abbruchkanten die Sandpiste. Wer
also keinen Unfall in Kauf nehmen möchte, sollte deshalb besser vom
Gas runtergehen. Die meisten australischen Autovermieter verbieten seit
Jahren einen Abstecher nach Fraser Island, da dort etliche Fahrzeuge bei
Einsetzen der Flut am Strand abgesoffen sind. Nach einer halben Stunde
erreichen wir das Schiffswrack der 1935 hier auf Grund gelaufenen "Maheno".
Weit draussen im Meer erkennen wir die meterhohen Fontainen von vorbeiziehenden
Walen. Nach endlosen Kilometern erreichen wir schliesslich Hook Point,
die Ablegestelle unserer Fähre nach Rainbow Beach. Auf den letzten
Metern müssen wir nochmals den Allrad zuschalten, da sich unser LandCruiser
im tiefen Sand einzugraben versucht. Die Ablegestelle ist allerdings weder
ausgeschildert noch irgendwie gekennzeichnet. Einziger Orientierungspunkt
sind die hier endenden Reifenspuren. Mittlerweile kommt auch schon unsere
Fähre. Gerade einmal 15 Minuten dauert die Überfahrt hinüber
nach Inskip Point. Nach dem Öffnen der Landungsklappe versinkt sogleich
das erste vor uns gestartete Fahrzeug im tiefen Sand. Wenige Kilometer
weiter führt eine asphaltierte Strasse zur Ortschaft Rainbow Beach.
Dort entdecken wir eine Waschanlage speziell nur für Unterbodenwäsche.
Macht Sinn, denken wir und stellen unser Fahrzeug da rein. 10 Dollar in
1 Dollar Münzen muss man einwerfen, bevor der Waschvorgang nach 9
Sekunden beginnt. Nach der zweiten Münze bemerkt Andrea, dass die
Beifahrertür noch offen steht. Bevor sie die Tür schliessen kann,
setzt urplötzlich auch schon die Anlage ein. So kommt sie in den Genuss
einer unfreiwilligen Unterbodenwäsche plus Konservierungsmittel. Schade
nur dass die Kamera im Fahrzeug liegt - sonst wäre das Video sicher
ein heisser Anwärter auf das "Funniest Home Video" geworden. Im "Rainbow
Waters Holidaypark" finden wir für 22 Dollar einen traumhaften Platz
direkt an der Tin Can Bay. Zum Sonnenuntergang sammeln sich hunderte von
Pelikanen am Strand. Telefonisch verabreden wir uns mit Sonja, da wir sie
am nächsten Tag in Burleigh Heads besuchen wollen.
> Cowie
Range |
> Bloomfield
River |
> Lake McKenzie |
> Fraser
Island |
> Fraser
Island - Air Strip |
Nach dem
Sonnenaufgang fahren wir weiter nach Beerwah in den Glasshouse Mountains.
Ziel ist Steve Irwins Australia Zoo, der bei uns durch die TV-Serie "Crocodile
Hunter" bekannt wurde. Natürlich hoffen wir ihn diesmal live bei einer
Croc-Show zu sehen. Schon seit vielen Jahren setzt er sich zur Erhaltung
bedrohter Tiere und der Natur ein. Heute zählt der Australia Zoo zu
den Top Attraktionen Australiens - und das mit Recht. Spektakuläre
Shows, artgerechte Tierhaltung und aufopferungsvolle Versuche zur Tierbestandserhaltung
in einer fantastischen Umgebung ziehen die Besucher in Scharen an. Nach
sechs Stunden verlassen wir den Zoo wieder. Auf der Weiterfahrt legen wir
einen kurzen Stop in den Glasshouse Mountains ein. Bizarre Erhebungen aus
Lavagestein ragen hier bis zu 300 Meter aus der flachen Ebene heraus. Nach
Brisbane ist es jetzt nicht mehr weit. Doch schon weit vor der Toll Bridge
hängen wir im Feierabendverkehr fest. Zu allem Unglück haben
wir auch noch die Wegbeschreibung zu Sonjas Haus in Burleigh Heads vergessen.
Es ist schon dunkel, als wir kurz vor 19 Uhr Burleigh Heads erreichen.
Jetzt suchen wir zu allererst noch einen Bottle Shop - denn ohne einen
guten Tropfen Wein wollen wir uns nicht zum Dinner blicken lassen. Im Bottle-Shop
entdecken wir auch prompt einen guten "Wolf Blass Merlot". Perfect! Nach
einer kurzen Orientierungsfahrt finden wir schliesslich auch Sonjas Haus.
Riesengross ist die Freude, nachdem wir uns doch zwei Jahre nicht mehr
gesehen haben. Nach einem tollen Abendessen sitzen wir noch lange zusammen
und plaudern über die alten Zeiten.
Die letzte
Nacht haben wir mal wieder richtig gut in einem Bett geschlafen. Angenehm
geweckt werden wir von unzähligen Rainbow Lorikeets, welche sich in
den Bäumen rund um das Haus nur so tummeln. Mit einem Becher Kaffee
in der Hand stehen wir morgens auf der Terrasse und beobachten das Treiben
der bunten Papageien. Im Laufe des Tages schaffen wir es, uns von Sonja,
Doug und den Kids zu verabschieden. Leider war es nur ein kurzer Besuch,
aber wir sehen uns hoffentlich bald wieder. Nun geht es also entlang der
Ostküste weiter nach Süden. Unterwegs halten wir am breiten Strand
von Coolangatta und geniessen noch einmal die tolle Aussicht auf die Skyline
von Surfers Paradise. Die Gold Coast bietet Surfern ausgezeichnete Bedingungen
und zählt zu den schönsten und anspruchvollsten Küstenabschnitten
Australiens. Im Laufe des Nachmittags erreichen wir Byron Bay, den östlichsten
Punkt Australiens. Die Ortschaft liegt in einer grossen Bucht mit kilometerlangen
Sandstränden und bietet hervorragende Surfbedingungen. Der Ort entwickelte
sich in den siebziger Jahren zu einem Treffpunkt für Hippies und Aussteiger.
Einflüsse jener Zeit sind auch heute noch unverkennbar. Hier findet
man ein reichhaltiges Angebot an Shops, Restaurants und Alternativläden.
Direkt am Ortsrand liegt der "First Sun Caravanpark". Für einen Platz
mit Blick und direktem Zugang zum Meer bezahlen wir stolze 39 Dollar. Der
Tag endet mal wieder wie so oft mit einem fantastischen Sonnenuntergang
am Strand. Erst als die Sonne im Meer versinkt, verlassen auch die letzten
Wellenreiter wieder das Wasser.
> Fraser
Island |
> Fraser
Island |
> Ettamogah
Pub |
> Australia
Zoo |
> Glasshouse
Mountains |
Zum Sonnenaufgang
fahren wir hinauf zum Lighthouse auf der Landzunge von Cape Byron. Von
hier oben entdecken wir sogleich in weiter Entfernung vorbeiziehende Wale.
Ein steiler Fussweg führt hinab zum östlichsten Punkt Australiens.
Nun geht es weiter nach Lennox Head, einer der Surfmetropolen Australiens.
Hier finden gerade die Surfwettbewerbe der "Longboard Classics 2005" statt
und das Fernsehen ist natürlich auch dabei. An einem Grillstand der
örtlichen Feuerwehr gönnen wir uns mal wieder einen mächtigen
"Beef Burger". Mit vollem Bauch und nach einem kurzen Nickerchen am Strand
fahren wir weiter zum "Pat Morton Lookout". Von hier oben geniessen wir
letztmals die fantastische Aussicht auf die zahlreichen Surfer am Seven
Mile Beach. Über den Pacific Highway machen wir uns auf den Weg nach
Coffs Harbour. Hier besuchen wir "Big Banana". Eine überdimensionale
Banane ist deshalb auch das Aushängeschild für eine Ausstellung
rund um den Bananenanbau. Durch die Plantagen führt ein Fussweg hinauf
zu einem Aussichtsturm mit schönem Blick auf die Küstenlandschaft
von Coffs Harbour. Die heutige Nacht verbringen wir im "Beach Holiday Park",
welcher auch über Spielautomaten verfügt. Nach mehreren Wochen
ist dies mal wieder eine gute Möglichkeit die Zeit sinnlos zu vertreiben.
Da der Münzeinwurf am Flipperautomat wohl defekt ist, können
wir ohne Coins einzuwerfen stundenlang spielen.
Nach Port
Macquarie sind es heute gerade einmal 160 Kilometer. Die Stadt am Hastings
River entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Touristenort.
Wir können dem allerdings wenig abgewinnen und besuchen stattdessen
das Koala Hospital in der Lord Street. Hier werden verletzte und kranke
Koalas gepflegt und medizinisch versorgt, bis sie wieder in ihrem ursprünglichen
Lebensraum ausgesetzt werden. Der "Edgewater Campground" besteht fast nur
aus Cabins und ein paar wenigen Plätzen für Camper. Für
20 Dollar erhalten wir einen Platz direkt neben der Campkitchen.
Über
den Pacific Highway geht es nun weiter nach Newcastle. Die 135.000 Einwohner
zählende Industriestadt ist uns diesmal einen Abstecher wert, da wir
noch genügend Zeit am Ende des Urlaubs haben. Neben vielen historischen
Gebäuden verfügt Newcastle auch über kilometerlange Sandstrände.
Bei sommerlichen Temperaturen machen wir uns auf den Weg Richtung Süden.
Wir entscheiden uns jetzt für die Küstenstrasse über Swansea
und verlassen den Pacific Highway. Im Laufe des Nachmittags erreichen wir
Manly im Norden von Sydney. Mit Erstaunen müssen wir allerdings feststellen,
dass die Anzahl der Campgrounds um Sydney doch sehr begrenzt ist. Der einzigste
den wir auf unserer Karte entdecken können befindet sich in Narrabeen,
an den Surfstränden der Northern Beaches. Auf dem "Big 4 Lakeside
Caravanpark" werden wir uns für die nächsten zwei Tage einrichten.
Zudem verfügt der Campground über eine eigene Bushaltestelle
mit direktem Anschluss nach Sydney.
> Byron
Bay - Lighthouse |
> Lennox
Heads |
> Slow Down
- Road Sign |
> Sydney
- Kent House |
> Sydney
Harbour Bridge |
Nach einem
schnellen Frühstück wollen wir den heutigen Tag in Sydney verbringen.
Vorher müssen aber zuerst noch die Enten gefüttert werden, welche
die ganze Nacht unter unserem LandCruiser verbracht haben. Der Bus nach
Manly kommt auf die Minute genau pünktlich. Das "Day Tripper Ticket"
kostet 15 Dollar und beinhaltet auch die Überfahrt mit der Fähre
von Manly nach Sydney. Wir geniessen die Busfahrt, da wir uns nun nicht
mehr auf das Fahren zur Rush Hour konzentrieren müssen. Nach einer
dreiviertel Stunde überqueren wir die mächtige Stahlkonstruktion
der 135 Meter hohen und 1149 Meter langen Sydney Harbour Bridge. An der
Haltestelle in der York Street steigen wir aus und machen uns zuerst auf
den Weg ins historische Stadtviertel "The Rocks". Im "Bakers Oven Cafe"
in der George Street planen wir bei einem deftigen Aussie Breakkie den
heutigen Tagesablauf. An erster Stelle steht heute die Überquerung
der Harbour Bridge auf dem Fussweg zum Milsons Point. Strahlend blauer
Himmel erstreckt sich über die Stadt. Ideale Vorraussetzungen also
für ein ausgiebiges Photo Shooting. Wäre da nur nicht dieser
Wind, der einem fast die Kamera aus der Hand reisst. Den besten Blick auf
die Silhouette von Sydney mit Opera, Harbour Bridge und der Skyline im
Hintergrund hat man von Kirribilli Point. Den Rest des Tages verbringen
wir in Downtown mit einer ausgedehnten Shopping Tour. Für die Rückfahrt
beschliessen wir die Fähre nach Manly zu nehmen. Die Überfahrt
dauert ungefähr eine halbe Stunde und bietet eine fantastische Aussicht
auf die funkelnde Skyline von Sydney. Ab Manly fährt dann auch gleich
unser Bus weiter nach Narrabeen. Der freundliche Busfahrer mit speckigem
Akubra-Hut ist einem kleinen Plausch nicht abgeneigt, zumal wir zu später
Stunde seine einzigen Fahrgäste sind. Auf dem Campground erwarten
uns auch schon die Enten. Fünfzehn an der Zahl, bereiten sie uns ein
lautstarkes Willkommensgeschnatter.
Der heutige
Tag unterscheidet sich nicht allzu sehr vom vorherigen. Mit dem Bus geht
es wieder nach Manly und von dort mit der Fähre zum Circular Quay.
Der erste Weg führt uns erstmal zum Opera House am Bennelong Point.
Auf Grund seiner faszinierenden Architektur ist es kultureller Mittelpunkt
und sogleich auch das wohl bekannteste Bauwerk des australischen Kontinents.
Durch die Häuserschluchten der Pitt Street pfeift heute allerdings
ständig ein heftiger Wind. Ein willkommener Anlass für uns, unsere
Shopping Tour unvermindert fortzusetzen. Mit einem vollen Rucksack machen
wir uns am Abend wieder auf den Rückweg. Zurück auf dem Campground
erwarten uns bereits die Enten wieder, in voller Erwartung wieder etwas
von unseren Brotresten ab zu bekommen.
Unser vorletzter
Tag in Sydney ist letztendlich auch mit der undankbaren Reinigung unseres
LandCruisers verbunden. Nach zwei Stunden Arbeit mit Wasserschlauch und
Handfeger glänzt die Karre dann auch wieder wie neu. Unsere Klamotten
und vor allem die vielen Souvenirs, welche sich im Laufe der letzten Wochen
angesammelt haben, erfordern eine zusätzliche Tasche. Zur Fahrzeugrückgabe
nach Brookvale bei TCC sind es nur wenige Kilometer. Dort freut man sich
den LandCruiser unbeschadet entgegen nehmen zu können. Da Bruno nach
dem Check die Schlüssel routinemässig im Fahrzeug lässt,
darf er sich nicht wundern, dass wir routinemässig die Türverriegelungsknöpfchen
drücken. Da sich aber auch der Ersatzschlüssel im Inneren befindet,
muss nun eben der gute alte Schweissdraht herhalten um die Tür zu
öffnen. Wir verabschieden uns noch kurz vom TCC-Team und nehmen ein
Taxi für die Fahrt nach Paddington. Das Zimmer im "Sullivans Hotel"
haben wir bereits zwei Tage zuvor telefonisch reserviert. Ein letztes Mal
überqueren wir die Sydney Harbour Bridge bevor wir unser Quartier
in der Oxford Street aufsuchen. Den Rest des Tages nutzen wir nochmals
zu einem Abstecher nach Kings Cross, dem Vergnügungsviertel an der
Elizabeth Bay. Der Tag endet schliesslich wieder einmal, wie könnte
es auch anders sein, mit einem krönenden Abschluss im "Hard Rock Cafe"
in der Crown Street.
Um 6:30 Uhr
geht es mit dem Taxi zum "Kingsford Smith Airport". Die Fahrt zum Flughafen
dauert gerade mal 15 Minuten. Vom Terminal aus geniessen wir zum letzten
Mal den Blick auf die in der Morgensonne funkelnde Skyline von Sydney.
Mit 45 Minuten Verspätung startet unsere JAL-Maschine nach Tokyo.
Um 18:00 Uhr landen wir bei angenehmen 30 Grad auf dem Flughafen Narita
von Tokyo. Im nahe gelegenen Flughafenhotel "Nikko" werden wir die heutige
Nacht verbringen. Die erste grössere Herausforderung steht uns allerdings
im Supermarkt bevor. Kann man sich auf dem Flughafen noch gut an der englischen
Ausschilderung orientieren, so lassen es die japanischen Schriftzeichen
kaum noch zu, all die farbenprächtigen asiatischen Produkte in irgendeiner
Form richtig zuzuordnen. Eine unserer leichtesten Übungen war dann
auch der Kauf von Coca Cola, Bier und Instant-Nudelgerichten für den
kleinen Hunger zwischendurch.
Im Laufe
des Vormittags verlassen wir die japanische Hauptstadt Tokyo in Richtung
Frankfurt. Fünfeinhalb Wochen und 10.000 Kilometer quer durch den
atemberaubenden australischen Kontinent liegen nun hinter uns. Vor uns
liegen aber noch 12 Stunden Flugzeit in der voll besetzten JAL-Maschine
zurück nach Frankfurt. Da man auf einer so langen Strecke schon mal
auf dumme Gedanken kommt, reift bei uns schon wieder der Entschluss, so
bald als möglich zurückzukommen, in das Land "Down Under".
> australia
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