| Nach Alice
Springs sind es heute 690 Kilometer. Also machen wir uns sogar noch ein
bisschen früher auf den Weg als sonst. Vorbei geht es an den schier
endlosen Opalfeldern nördlich von Coober Pedy. Nach zwei Stunden fahren
wir das Roadhouse in Marla an. Genau die richtige Zeit zum Frühstücken.
Hier steht übrigens auch eines der berühmten handgemalten Hinweisschilder
von Adam Plate, mit allen wichtigen Informationen und Kilometerangaben.
Nach seinen Angaben sind es noch 183 Kilometer bis nach Kulgera, dem ersten
Pub im Northern Territory. Flaches Land bestimmt auch weiterhin den Reiseverlauf.
Gegen 17 Uhr erreichen wir schliesslich Alice Springs. Dort treffen wir
uns zuerst mit Cathy in ihrem Hotel. Da Andrea immer noch unter höllischen
Rückenschmerzen leidet, empfiehlt uns Cathy das Hospital in der Gap
Road in welchem sie arbeitet. Die intensive Behandlung kostet allerdings
auch stattliche 100 Dollar. Auf dem "Stuart Caravan Park" findet sich gerade
noch der letzte freie Platz für die heutige Nacht. Mit Russel verabreden
wir uns per E-Mail kurzfristig für übermorgen an der "Curtin
Springs Homestead", 140 Kilometer östlich von Yulara.
Heute haben
wir mal etwas länger geschlafen. Frühstück gibt es ausnahmsweise
mal bei Mac Donalds. Danach ist erstmal Shopping Time in Alice Springs
geplant. Wer nach Souvenirs und Aboriginal-Kunsthandwerk sucht, wird hier
recht schnell fündig. Zwischendurch genehmigen wir uns eine riesige
Portion Fish and Chips. Wie üblich führt der Todd River auch
diesmal kein Wasser. Im ausgetrockneten Flussbett riecht es mal wieder
nach Campfire der örtlichen Aboriginal People. Nachdem wir das ein
oder andere Souvenir gekauft haben, treffen wir uns mit Cathy im "Alice
Springs Memorial Club" zum Dinner. Sie arbeitet jetzt seit einigen Wochen
hier in Alice Springs im Krankenhaus. Nach zwei Jahren haben wir uns natürlich
viel zu erzählen. Russel werden wir allerdings erst am nächsten
Tag treffen. Er betreut momentan das Airstripe Project im "Pitjantjatjara
Aboriginal Land". Da die beiden ständig auf Achse sind, können
wir vorher immer nur kurzfristig einen Treffpunkt ausmachen. Schnitzel
Hawaii mit Ananas und Käse überbacken sorgen für etwas Abwechslung
auf unserem Speiseplan. Allerdings vergeht der Abend wie im Flug. Zum Abschied
machen wir noch ein paar Erinnerungsfotos. Mal sehen, vielleicht sehen
wir uns in zwei Jahren ja wieder.
> Rainbow
Valley |
> Rainbow
Valley |
> Ernest
Giles Road |
> Ernest
Giles Road |
> Curtin
Springs |
Andreas'
Rückenschmerzen haben sich über Nacht verflüchtigt. In den
frühen Morgenstunden verlassen wir nun Alice Springs. 75 km südlich
der Stadt führt eine etwa 22 km lange unbefestigte, teilweise tiefsandige
"Dirt Road" zum "Rainbow Valley Nature Park". Ein Allradfahrzeug wird empfohlen.
Die Fahrt führt durch ein mit Desert Oaks (Kasuarinen) bewachsene
Sanddünengebiet. Schon von weitem erkennt man die Erhebung der rotweissen,
oben abgeflachten Sandsteinfelsformation. Da es hier vor kurzem geregnet
haben muss, hat sich dementsprechend auch eine grosse Seenlandschaft gebildet.
Die Felsen spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche. Ein Anblick
wie auf einer Postkarte. Kurz nach der Rückkehr auf den Stuart Highway
folgt sogleich der nächste Abzweig - diesmal allerdings nach Westen.
Hier beginnt die Ernest Giles Road. Diese bevorzugen wir als alternative
Route zum asphaltierten Highway. Der Untergrund ist sehr rau und auch dementsprechend
stark mit Wellblechabschnitten übersät. Um dem entgegenzuwirken,
lassen wir erst einmal die Luft aus den Reifen ab. Etwas komfortabler geht
es von nun an weiter durch einsame hügelige Landschaftsabschnitte.
Fliessend beginnt der Übergang zur roten Erde. Der letzte Abschnitt
des Tracks steht stellenweise noch unter Wasser. Dementsprechend sieht
nun auch unser LandCruiser aus. Um 15:30 Uhr erreichen wir die "Curtin
Springs Homestead" - 140 Kilometer östlich von Yulara. Hier wollen
wir uns heute mit Russel treffen. Wir scheinen heute wohl vor ihm da zu
sein. Eine halbe Stunde später erscheint dann auch Russel mit seinem
Nissan Patrol. Sechs Stunden Fahrt durch den australischen Busch hat er
auf sich genommen, nur um uns für ein paar Stunden sehen zu können.
Er erzählt uns über seine Arbeit im Aboriginal Land, die Kultur
der Ureinwohner und deren Lebensweise in der Aboriginal Community. Den
Abend verbringen wir gemütlich im Roadhouse. Russel macht sich schliesslich
wieder auf den Rückweg zur Aboriginal Community, da er am nächsten
Morgen wieder zur Arbeit erscheinen muss. 300 Kilometer liegen jetzt noch
vor ihm. Das heisst aber auch sechs Stunden Fahrt durch das nächtliche
Outback ohne jegliche Orientierungspunkte. Dabei ist er ganz allein auf
seine Off-Road Erfahrung und sein GPS angewiesen. Wir machen uns deshalb
auch ein wenig Sorgen, da gerade nachts die meisten Unfälle mit Kangaroos
passieren. Bis weit in die Nacht sitzen wir noch am Lagerfeuer und geniessen
den funkelnden Sternenhimmel.
Die Fahrt
geht heute nach einem ausgiebigen Frühstück weiter zum Uluru.
Besser bekannt ist der riesige Monolith unter dem Namen Ayers Rock. Dieser
ist das Heiligtum des ansässigen Aboriginal Stammes der Anangu. Das
Ticket für den National Park kostet 25 Dollar und hat vier Tage Gültigkeit.
Die Besteigung des Uluru ist zwar nicht verboten, wird von den Aboriginal
People letztendlich doch geduldet. Erste ankommende Reisebusse entladen
sich der Touries, welche sich auch geradewegs zum Aufstieg machen. Ohne
jeglichen Respekt und wahrscheinlich auch ohne sich Gedanken darüber
zu machen, was sie damit eigentlich anrichten, erklimmen hunderte von ihnen
täglich das 348 Meter Sandsteingebilde. Wir bevorzugen den neun Kilometer
langen, wunderschönen Rundweg um den Uluru. Dieser verläuft in
unmittelbarer Nähe entlang der roten, steil aufsteigenden Felswände.
An gekennzeichneten heiligen Orten ist das fotografieren strickt verboten.
Da die Temperaturen mittlerweile die 30 Grad Marke erreicht haben, ist
es hier unten im Schatten des Felsriesen doch recht angenehm. Die Nacht
verbringen wir auf dem Campground im "Yulara Resort". In einem der Waschräume
warnt ein Hinweisschild vor den australischen Wildhunden, den Dingos. Darunter
hat jemand geschrieben: "They steal thongs (Badelatschen)". Oh ja!
> Curtin
Springs |
> Red Sand
Dunes |
> Uluru
- Ayers Rock |
> Docker
River Road |
> Kata Tjuta |
Der Sonnenaufgang
am Uluru ist heute allerdings weniger spektakulär. Mächtige graue
Wolken verhindern das Erleuchten des Monolithen. Dementsprechend schnell
löst sich auch die Schar der zu hunderten angereisten Touristen am
"Sunrise Viewing Point" wieder auf. Nur ein kleiner schwarzer Mischlingshund
und wir verharren eisern auf dem Parkplatz. Wir vermuten, dass der Hund
vergessen wurde oder einfach ausgebüchst ist. Alle Versuche ihn mit
Bacon anzulocken scheitern jedoch kläglich. Nach einer Stunde verziehen
sich die Wolken wieder. Die Gelegenheit für uns bei nun strahlend
blauem Himmel für ein ausgiebiges Photo-Shooting. Der Hund hat sich
währenddessen
klammheimlich aus dem Staub gemacht, was uns später allerdings nicht
daran hindert, ihn bei der Ranger Station "abzumelden". Nun geht es wieder
zurück nach Alice Springs. Dort entscheiden wir uns für den am
Ortseingang liegenden "G'day Mate Campground" für 24 Dollar die Nacht.
Heute fahren
wir nun weiter Richtung Norden. Am "Barrow Creek Roadhouse" legen wir einen
ersten längeren Zwischenstopp ein. Als Erstes fällt uns auf,
dass der Weihnachtsmann auf dem Schornstein fehlt. Wie sich herausstellt
musste er seinen Platz räumen, da auch hier im Winter schon mal geheizt
werden muss. Also sitzt er nun zur Zeit im Pub an die Wand gelehnt und
wartet bis der Winter vorbei ist. Die Inhaberin verkauft im Hinterzimmer
Malereien der örtlichen Aboriginal People. Sie empfiehlt uns ein Bild
von Carol Thomas, deren Bilder auch in den grossen Kunstgalerien von Alice
Springs und Melbourne ausgestellt sind. Erst kürzlich wechselte eines
ihrer Kunstwerke für 2.000 Dollar in Melbourne den Besitzer. Hier
im Pub zahlt man allerdings nur einen Bruchteil von dem was die grossen
Galerien verlangen. Am Strassenrand liegen nun in regelmässigen Abständen
tote, zum Teil mächtig aufgeblähte Rinder. Zu den Devils Marbles
ist es jetzt nicht mehr allzu weit. Bei den Ureinwohnern gelten die riesigen,
abgerundeten Felsbrocken als die Eier der mythischen Regenbogenschlange.
Auf dem Parkplatz entdecken wir einen Eiswagen. Die Verkäuferin heisst
Kerstin und kommt, wie sich später herausstellt, aus Trossingen im
Schwarzwald. Sie arbeitet hier für das Wauchope Roadhouse (sprich:
woukhap) nur unweit der Marbles. Tennant Creek lassen wir diesmal links
liegen, da wir noch heute vor Sonnenuntergang die Barkly Homestead erreichen
wollen. Nach dem Abzweig am "Three Ways Roadhouse" verlassen wir den Stuart
Highway und setzen über auf den Barkly Highway Richtung Osten. Gerade
noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang, verbringen wir die heutige Nacht
auf dem Gelände der "Barkly Homestead". Krönender Abschluss bildet
wie so oft im australischen Outback ein gigantischer Sternenhimmel.
> Devils
Marbles |
> Northern
Territory |
> Barkly
Highway |
> Barkly
Highway |
> Mount
Isa |
Heute wird
es mal wieder Zeit für ein richtiges Aussie Breakkie. Also beschliessen
wir in der Homestead zu frühstücken. Für zusammen 15 Dollar
bekommen wir ein riesiges Frühstück serviert mit allem was so
dazugehört. Draussen turnen Dutzende von Corellas an einer Wäscheleine
herum. Nicht umsonst werden sie die Spassvögel des Outbacks genannt.
Weiter geht es heute nach Mount Isa. Bei Camooweal verlassen wir nun das
Northern Territory und setzen über nach Queensland. In Mount Isa finden
wir ein Campsite für 20 Dollar auf dem "Riverside Campground", direkt
am ausgetrockneten Leichhardt River. Von hier aus hat man eine fantastische
Aussicht auf die riesige Anlagen und Schornsteine der "Mount Isa Mines".
Diese Mine ist weltweit der größte Produzent von Silber, Zink
und Blei. Zum Sonnenuntergang fahren wir hinauf zum City Lookout in der
Hilay Street, von wo man einen fantastischen Rundumblick über die
Stadt und das weite Hinterland hat.
Heute werden
wir von einem riesigen Schwarm lautstarker weisser Kakadus geweckt. Vom
Lookout beobachten wir riesige Vögelschwärme im roten Licht der
aufgehenden Sonne. Heute scheint es ein heisser Tag zu werden. Durch hügelige
Landschaftsabschnitte führt uns der Weg weiter nach Cloncurry. Über
die Burke Developmental Road machen wir uns nun auf den Weg nach Norden
in die Gulf Region. Zwei Stunden dauert die Fahrt auf der teilweise einspurigen
Strecke zur "Burke and Wills Junction". An dieser Stelle befindet sich
auch das entlegene "Burke and Wills Roadhouse". Da es heute schon extrem
heiss ist, sammeln sich die Rinder im Schatten der Bäume. Seltsam
ist nur, dass manche keine Blätter, sondern nur riesengrosse gelbe
Blüten tragen. Die dürre Grasslandschaft ist mit unzähligen
kleinen grauen Termitenhügeln durchzogen. Am Straßenrand entdecken
wir zwei "Bush Stone Curlews". Diese Vögel erinnern doch stark an
die Road Runner aus den Comics. Zwischendurch fegen immer wieder "Willi
Willis" (kleine Wirbelstürme) über das Land. Verlässt man
allerdings dabei sein Fahrzeug, so hat man für die nächste Zeit
mächtig Sand zwischen den Zähnen. In Normanton angekommen, machen
wir uns gleich auf zum berühmten "Purple Pub". Das lila Gebäude
ist schlechthin das Prunkstück am Gulf of Carpentaria. Wir haben Glück
und finden direkt gegenüber vom Pub einen schönen Campground
für 20 Dollar und staunen nicht schlecht über die vielen Bussarde
die hier tief über unseren Köpfen umherkreisen. Bei einem Bierchen
VB plaudern wir noch mit unserem Campnachbarn. Er bezeichnet das Bier als
"Green Dream" - in Anspielung auf die eiskalte grüne Dose – mit Sicherheit
nicht ganz unwahr. Nebenbei erzählt er uns, dass er auch schon mal
vor Jahren in Europa war. Ihm sei es aber dort viel zu eng gewesen. Wie
man nur unschwer erkennen kann, fühlt er sich hier im australischen
Outback doch am wohlsten. Die Temperaturen liegen immer noch bei stattlichen
30 Grad. Der Himmel funkelt mittlerweile sternenklar und hin und wieder
durchstreifen Sternschnuppen das nächtliche Firmament.
> australia
tour 2005...................................1. ....2. ....3. ....4. |