| Der heutige
Tag beginnt leider mit einer schlechten Nachricht. Wir wollen einen Opalgräber
besuchen, den wir schon vor sechs Jahren kennengelernt haben. Doch von
seinem Nachbarn müssen wir erfahren, das dieser vor zwei Jahren nach
einem Flug nach Deutschland verstarb. Wir machen uns daraufhin zu den 30
Kilometer nördlich gelegenen Breakawaways - einer Sandsteinbergkette,
welche je nach Stand der Sonne in den verschiedensten Farben schimmert.
Vor uns liegen jetzt noch 600 Kilometer bis zum Ayers Rock. Wir verlassen
South Australia und überqueren die Grenze zum Northern Territory.
Am Kulgera Roadhouse müssen wir mal wieder unseren Tank auffüllen.
Eine Australierin die gerade vom Ayers Rock kommt, schenkt uns ihre Eintrittskarte
für das Resort. Das Ticket ist noch für zwei Tage gültig.
Die ersten Trucks mit über 50 Metern Länge begegnen uns auf dem
Stuart Highway. Es ist schon dunkel als wir im Ayers Rock Resort ankommen.
Um 7:06 Uhr
geht die Sonne auf. Am Sunrise Point warten die Leute gespannt auf die
ersten Sonnenstrahlen. Langsam nimmt der Monolith Farbe an. Wahnsinn -
der mittlerweile rotleuchtende Ayers Rock (Uluru) zieht uns in seinen Bann.
Wir trauen unseren Augen kaum und sind total fasziniert. Für den 9,5
Kilometer langen Rundweg brauchen wir drei Stunden. Wirklich empfehlenswert.
Erschreckend war allerdings mit ansehen zu müssen, dass die Menschenmassen
wie die Ameisen nach oben klettern. Die Besteigung des Uluru widerspricht
den Vorstellungen der Aboriginal People. Sie bitten die Touristen dies
zu respektieren. Für uns hat sich die Frage ob klettern oder nicht
klettern nie gestellt. Hier noch ein kleiner Auszug aus der Visitor Information:
"If you
worry about Aboriginal law, then leave it, don't climb it. The chain is
still there if you want to climb it. You should think about Tjukurpa and
stay on the ground. Please don't climb." (Barbara Tjikatu, Anangu
Traditional Owner. Uluru)
Sonnenuntergang
ist heute um 18:19 Uhr. Wir sind natürlich pünktlich am Sunset
Viewing Point. Der Berg glüht. Dieser Anblick wird wohl für alle
Zeiten in unseren Erinnerungen verankert bleiben. Zurück im Resort
gönnen wir uns am späten Abend ein Barbeque in der Pioneer Lodge.
> Silverton |
> Silverton |
> Oodnadatta
Track |
> Oodnadatta
Track |
> Oodnadatta
Track |
Schon kurz
nach Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zu den 30 Kilometern westlich
gelegenen Kuppeln der Olgas (Katatjuta). Durch die Felsenschluchten hindurch
verläuft der "Dome View Walk". Grandiose Einblicke eröffnen sich
uns dabei in die tiefen Schluchten des Labyrinths. Für diesen Wanderweg
benötigen wir zwei Stunden. Im weiteren Verlauf des Vormittags fahren
wir bis zum Kings Canyon (Watarrka National Park). Vorbei an roten Sanddünen
treffen wir nach 300 zurückgelegten Kilometern im Resort ein. Für
den sechs Kilometer langen Kings Canyon Walk wählen wir den späten
Nachmittag. Nach einem mittelschweren Aufstieg werden wir mit einer grossartigen
Aussicht auf den Canyon belohnt. Oberhalb der senkrechten Sandsteinwand
legen wir uns für eine Stunde in die Sonne und geniessen die Aussicht.
Dabei lernen wir noch ein paar pensionierte Flying Doctors kennen. Um diese
Tageszeit ist das Licht ganz besonders intensiv. Gegen 18:15 Uhr stehen
wir dann wieder vor dem steilen Abstieg. Während auf der einen Seite
der Schlucht die Sonne gerade untergeht, erscheint auf der anderen Seite
langsam der Vollmond. Im Kings Canyon Resort finden wir unter einem riesigen
Baum einen ruhigen Platz zum Campen.
Am Morgen
werden wir aber lautstark aus unseren Träumen gerissen. Wir haben
uns ausgerechnet den Schlafbaum der rosa Kakadus ausgesucht. Diese Frühaufsteher
veranstalten ein ohrenbetäubendes Gekreische. Doch schon sehr bald
werden wir mit einem herrlichen Sonnenaufgang entschädigt. Über
den Mereenie Loop fahren wir weiter Richtung Palm Valley. Da dieser Track
über 200 Kilometer quer durch Aboriginal Land führt, benötigen
wir dafür auch ein Permit. Die Genehmigung erhält man problemlos
im Office. Die Piste ist in gutem Zustand, aber doch sehr staubig. Wir
müssen zwei Kilometer Abstand zum vor uns fahrenden Fahrzeug einhalten,
damit uns dessen Staubfahne nicht die Sicht nimmt. Kurz vor Hermannsburg
führt ein Abzweig zum 21 Kilometer entfernten Palm Valley. Durch den
teilweise ausgetrockneten Finke River und durch stark zerfurchtes Gelände
schlängelt sich der Weg immer tiefer durch das Tal. Unterwegs sammeln
wir schon mal Holz für unser Campfire. Sch... der Wagen sitzt auf.
Hoffentllich ist nicht die Ölwanne beschädigt. Doch wir haben
Glück - es ist nur die Achse und "schaukeln“ den Wagen wieder frei.
Durchgeschüttelt erreichen wir nach zwei Stunden endlich Palm Valley
- eine Oase mitten im Outback. Dort treffen wir auch Christine und Rüdiger
aus Heilbronn - die Welt ist doch klein. Ein schöner Pfad führt
unter Palmen direkt am Wasserlauf entlang, hinauf zu einem Aussichtspunkt.
Bei Einbruch der Dunkelheit schlagen wir unser Lager auf. Unter dem Vollmond
brennt unser Lagerfeuer noch bis tief in die Nacht.
> Oodnadatta
Track |
> Oodnadatta
Track |
> Oodnadatta
Track |
> Lake Eyre
South |
> Moon Plain |
Um sechs
Uhr morgens ist es noch bitter kalt. Auf dem nahegelegenen "Initiation
Rock", einem Aussichtspunkt, geniessen wir die wärmende Morgensonne.
Heute fahren wir weiter Richtung Alice Springs. Unterwegs machen wir noch
einen Abstecher zur Standly Cashm - einer spektakulären Felsspalte.
Mittags wenn die Sonne senkrecht einfällt, erleuchten die Wände
in schönstem Rot. In Alice begegnen wir auch den Aboriginal People
wieder, die wir schon im Kings Canyon Resort kennengelernt haben. Im Coles
Supermarket füllen wir erstmal wieder unsere Lebensmittel auf. Es
ist ein schönes Gefühl mal wieder in Alice zu sein. Auch dort
treffen wir gleich wieder auf zwei bekannte Gesichter. Gary, ein Didgeridoo
Spieler, den wir schon 1995 kennengelernt haben und Andrew Langford vom
"Starlight Theatre". Auf dem nahegelegenen "Stuart Caravan Park" kommen
wir abends auch mal wieder dazu, SMS-Nachrichten abzurufen. Ausserhalb
der Ortschaften ist in Australien kein Empfang möglich.
Nach dem
Frühstück besuchen wir die Old Telegraph Station. Hier hat sich
sehr viel verändert. Riesige Parkplätze wurden angelegt und ein
neuer Souvenirshop ist entstanden. Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein
Besuch beim "Royal Flying Doctor Service" und der "School of the Air".
Für den Nachmittag ist Shopping in der Stadt angesagt. Den besten
Kuchen gibt es übrigens im "Cactus Corner Cafe", welches sich im "Yeperenye
Shopping Centre" befindet. Nach einem lazy day in der Stadt gehen wir zum
Sonnenuntergang hinauf zum "Anzac Hill". Von hier oben hat man einen herrlichen
Ausblick auf Alice und die unmittelbar dahinter liegende MacDonnell Range.
Heute fahren
wir die 530 Kilometer über den Stuart Highway Richtung Norden - nach
Tennent Creek. Abwechslung auf dieser zumeist monotonen Strecke findet
man in den zum Teil sehr urigen Roadhouses. Beim Barrow Creek Roadhouse
legen wir eine kurze Pause ein. Weiter nördlich befindet sich Wycliffe
Well. Dort sollen schon vor einigen Jahren Ufo’s gesichtet worden sein.
Interessant ist aber auch der Campground. Sämtliche Cabins, Wohnwagen
und Häuser wurden bunt bemalt. Hier lernen wir auch die Malerin kennen,
die uns Zugang zu den noch nicht freigegebenen Objekten ermöglicht.
Unser nächster Stop ist beim Wauchope Roadhouse. Wenn man Glück
hat wird man dort von einem Esel und einem Kamel bedient. Zwei Aboriginal
People haben Probleme mit ihrem alten V8-Kingswood. Wir schieben die Jungs
natürlich an. Spätnachmittags gelangen wir zu den "Devils Marbles"
- einer Anhäufung riesiger, runder Felsbrocken aus Granit. Nach Tennant
Creek ist es jetzt nicht mehr weit. Wir suchen natürlich wieder den
Campground am Ortsausgang auf, auf dem wir schon 1995 und 1999 die Nacht
verbracht haben. Auf dem nahegelegenen Tank Hill erleben wir einen impossanten
Sonnenuntergang - welcher allerdings durch erste grössere Attacken
von Moskitos kein gutes Ende für uns nimmt.
> Oodnadatta
RH |
> Coober
Pedy |
> Kulgera
Pub |
> Uluru
- Ayers Rock |
> Uluru
- Ayers Rock |
Um 7:30 Uhr
fahren wir weiter. Die Nacht war doch sehr kurz. Um drei Uhr hat irgendein
nachtaktives Tier (evtl. ein Possum? Konnten leider nicht viel erkennen)
die Mülltonnen durchwühlt. Als Ausgleich für diese schlaflose
Nacht erwartet uns aber ein herrlicher Sonnenaufgang. Über Renner
Springs, Newcastle Waters und Dunmarra gelangt man zum bekannten Daly Waters
Pub. Wir haben Glück und sind dort fast die einzigen Gäste. Sobald
die ersten Reisebusse anrollen, ist es hier vorbei mit der Gemütlichkeit.
Irgendwo finden wir schliesslich auch noch ein freies Plätzchen um
unsere Visitenkarten an die von oben bis unten dekorierten Wände zu
tackern. Den nächsten Stop machen wir in Larrimah. Unzählige
Bierdosen schmücken die Wände dieses idyllischen Roadhouses.
Von hier sind es noch 80 Kilometer zu den Thermalquellen nach Mataranka.
Inmitten eines kleinen Regenwaldes nehmen wir ein Bad im 34 Grad warmen
Wasser. Eine Stunde später erreichen wir Katherine. Im Woolworth füllen
wir natürlich erstmal unsere Vorräte für die nächsten
Tage wieder auf. Die drittgrösste Stadt im Territory dient uns zudem
auch als Ausgangspunkt für einen Ausflug zum nahegelegenen Nitmiluk
National Park.
Am Morgen
nehmen wir erstmal ein Bad in den am Victoria Highway gelegenen Hot Springs.
Hinweisschilder warnen hier vor Salzwasserkrokodilen. Unübersehbar
sind immer noch die Schäden welche das letzte Hochwasser hinterliess.
Dreissig Kilometer weiter nördlich befindet sich der Zugang zur Katherine
Gorge. Sehr beeindruckend ist das Schluchtensystem in dessen Sandsteinplateau
sich der Katherine River im Laufe der Jahre tief eingegraben hat. Wir verzichten
diesmal auf die Bootstour und entscheiden uns stattdessen für den
Walking Track. Ein grandioser Ausblick lässt den steilen und schweisstreibenden
Aufstieg schnell vergessen. Eine grosse Goanna Echse fühlt sich beim
Sonnenbaden durch uns gestört und sucht schnell das Weite. Ohrenbetäubend
und schon von weitem zu hören ist das Geschrei der Flying Foxes. Unzählige
dieser Flughunde bewohnen die Bäume am Ufer des Flusses. Über
Pine Creek führt uns der Weg zum Kakadu National Park. Eine Gravel
Road schlängelt sich durch das Buschland zu den Gunlom Falls am Waterfall
Creek. Hier wurde übrigens auch eine Szene zu Crocodile Dundee gedreht
- der ideale Platz also um unser Camp aufzuschlagen. Wie immer suchen wir
erstmal nach genügend Brennholz für unser Lagerfeuer. Es wird
sehr schnell dunkel. Unter dem glitzernden Sternenhimmel hören wir
noch lange das Rauschen des nahegelegenen Wasserfalls.
> australia
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