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Stop - Kimba. Liegt genau in der Mitte zwischen West -und Ostaustralien.
In der Gegend rund um Iron Knob ist die Erde besonders rot. Eine rot eingestaubte
Schafherde überquert die Strasse - bewacht von rot eingestaubten Border
Collies und einem roten Motorradfahrer auf einer Enduro. Auf einem Schrottplatz
in Port Augusta schrauben wir die Nummernschilder an einem alten Holden
ab - gibt es bessere Souvenirs? Adelaide gefällt uns besonders gut
- deshalb fahren wir hier auch stundenlang im Feierabendverkehr umher.
Aber irgendwann finden wir wieder raus aus der Stadt. Unser Ziel für
heute ist aber eigentlich der Hafen Cape Jervis - Ablegestelle nach Kangaroo
Island und zugleich westlichster Punkt der Fleurieu Peninsula. Übernachten
müssen wir aber auf dem Parkplatz, da die letzte Fähre vor unseren
Augen den Hafen verlässt.
Nach ein
paar leckeren Donuts zum Frühstück befinden wir uns nun auf der
Fähre nach Kangaroo Island. Es ist sehr stürmisch und der Seegang
dementsprechend rauh. Nach einer endlos langen Stunde legt die Sealink
Fähre endlich im Hafen von Penneshaw an. Auf Grund der langen Isolation
konnte sich auf der Insel eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln.
Über Kingscote führt uns der Weg weiter zum Flinders Case National
Park. Zutrauliche Kangaroos sind hier keine Seltenheit. Auch ein Ameisenigel
begegnet uns. Überhaupt nicht scheu sind die Possums - diese sitzen
frech neben dem Auto und schauen uns beim filmen zu. Die Nacht verbringen
wir diesmal mitten im Wald - es regnet mittlerweile in Strömen.
Morgens machen
wir den "Black Swamp Walk“. Dabei entdecken wir auch Koalas in den Baumkronen.
Einzigartig sind die Remarkable Rocks - Wasser, Wind und Sand schufen diese
bizarren Formen. Der Fels ist mit einer orangeroten Flechte überzogen.
Interessant ist es den Seelöwen beim "Admirals Arch" zuzuschauen.
Eine weitere Attraktion sind die Pinguine. Abends kommen sie zurück
aus dem Meer und lassen sich am Ufer zwischen Christmas Cove und Hog Bay
nieder. Inzwischen ist es schon dunkel geworden und unsere Fähre verlässt
den Hafen. Bei ruhigem Seegang geniessen wir die Rückfahrt nach Cape
Jervis. Am gleichen Abend noch fahren wir weiter nach Victor Harbour wo
wir auf einem Parkplatz unter einer Laterne übernachten.
> Great
Australian Bight |
> Kimba |
> Emergency
Telephone |
> Aboriginal
Land |
> Kangaroo
Island |
Am folgenden
Tag fahren wir weiter nach Wellington und setzen dort mit der Fähre
über den Murray River. Über den Princes Highway gelangen wir
nach Kingston - bekannt durch den riesengrossen 17 Meter hohen Lobster.
Zwanzig Kilometer nach Mt.Gambier überschreiten wir die Grenze nach
Victoria. Unverkennbar ist der irische Einfluss in Koroit - die irischen
Nationalfarben grün, weiss und orange bestimmen das Stadtbild. Ganz
in der Nähe befindet sich das "Tower Hill State Game Reserve". Dort
treffen wir auf wild lebende Emus und Kangaroos. In der ehemaligen Walfängerstadt
Warrnambooll entdecken wir einen schönen Campground - nur wenige Meter
vom Meer entfernt.
Zwischen
Peterborough und Torquay verläuft eine der schönsten Panoramastrassen
- die Great Ocean Road. Sandsteinklippen und mächtige Felssäulen
prägen das Bild dieses Küstenabschnittes. Lohnenswert ist auf
jeden Fall ein Abstecher zu den "Twelve Apostles", die "London Bridge"
oder zur "Loch Ard Gorge". Da wir noch Fotos von den Zwölf Aposteln
bei Sonnenaufgang machen wollen, entschliessen wir uns in dem kleinen Küstenstädtchen
Port Campbell zu übernachten.
Tags darauf
erleuchten die Felsen im morgendlichen Sonnenlicht. Da wir nun alle Fotos
im Kasten haben, machen wir uns auf den Weg zum Grampians (Gariwerd) National
Park. Ausgangspunkt ist hier Halls Gap. Die Strasse windet sich in Serpentinen
durch den Eukalyptuswald - vorbei an spektakulären Steilabbrüchen.
Der Fussweg zum "Jaws of Death" ist momentan wegen Bauarbeiten gesperrt.
Da aber keine Arbeiter zu sehen sind, stört uns das auch nicht weiter.
Nach einer halben Stunde erreichen wir also die überhängende
Felsformation. Von dort bietet sich uns ein grandioser Ausblick auf das
Victoria Valley. Weiter nördlich befinden sich die McKenzie Falls.
Eine steile Treppe erleichtert den Abstieg hinab zu einem kleinen Pool.
Von hier unten hat man einen schönen Blick auf den Wasserfall und
natürlich auch auf die steile Treppe die wir später wieder hinauf
gehen müssen.
> Kangaroo
Island |
> Remarkable
Rocks |
> Kingston
SE |
> Great
Ocean Road |
> Grampians
NP |
Heute schaffen
wir es bis Minyip - vielleicht besser bekannt unter dem Namen -
Coopers Crossing. Hier wurde übrigens die Fernsehserie "Die fliegenden
Ärzte“ gedreht. Doch irgendwie erweckt unsere Anwesenheit auch das
Interesse des örtlichen Sheriffs. Er denkt wohl, wer sich hierher
verirrt hat, der muss betrunken sein - dann machen wir doch mal schnell
eine Alkoholkontrolle. Das Röhrchen dürfen wir selbstverständlich
behalten. Viele der Gebäude sind noch genauso erhalten wie wir sie
vom Fernsehen her kennen - Emma's Garage, Violet's General Store, die Memorial
Hall und auch das berühmte Majestic Club Hotel. Übernachten werden
wir natürlich im Majestic Hotel. Da wir an diesem Tag die einzigen
Gäste sind, können wir uns das Zimmer aussuchen. Das Pub ist
von oben bis unten mit Bildern aus der Serie zugepflastert. Wir nehmen
am Tresen Platz und bestellen uns erstmal ein Bier. Nach dem fünften
Carlton Draught dürfen wir uns sogar, welche Ehre, ins Gästebuch
eintragen.
Am nächsten
Tag können wir uns das Frühstück in der grossen Hotelküche
selbst zubereiten - wie in der Fernsehserie. Wir kommen uns vor wie im
Film. Natürlich machen wir hier jede Menge Fotos. Auf unserer Weiterfahrt
nach Norden entdecken wir zufällig die "Lindemann’s Winery". Der ideale
Ort für eine kleine Pause. Nach mittlerweile schon 300 gefahrenen
Kilometern verlassen wir bei Mildura den Bundesstaat Victoria - noch sind
es aber 265 Kilometer bis nach Broken Hill in New South Wales. Auf dieser
Strecke begegnen uns jede Menge Emus. Sch..., was ist das! Plattfuss! Zum
Glück in der Ortseinfahrt zu Broken Hill, direkt vor einem Reifenhändler.
Dieser verspricht uns den Reifen bis zum nächsten Tag zu reparieren.
Wir stehen
um 6:30 Uhr auf. Die Vögel sind alle schon wach, wie man deutlich
hören kann. Später holen wir erstmal unseren Reifen wieder ab.
Tja, das Ventil war defekt. Die Reparatur kostet uns 25 Dollar. Broken
Hill ist eine wunderschöne Stadt. Hier wird auch heute noch Silber
abgebaut. Ganz in der Nähe liegt Silverton, eine historische Minenstadt.
Dort befindet sich auch das berühmte "Silverton-Hotel". Es diente
in Filmen wie " Mad Max 2", "A Town Like Alice" und "Razor Back" als Kulisse.
Auch die australische Rockgruppe INXS war schon hier für ein Fotoshooting.
Letztes Jahr machte die französische Ausgabe der Zeitschrift "Madame"
Modeaufnahmen im Mad Max Style. Die Hotelbesitzerin ist ganz stolz, dass
ihre Tochter und ihr Sohn dabei mitmachen durften. Ganz in der Nähe
schlagen wir unser Lager auf und geniessen das Campfire unter sternenklarem
Himmel.
> Minyip |
> Majestic
Club Hotel |
> Broken
Hill |
> Broken
Hill |
> Silverton |
Wir fahren
nun wieder nach Westen. Wildpferde, Kamele und Emus begegnen uns. Kangaroos
springen uns direkt vor das Auto. Uff, nix passiert. Auch Emus sind mit
Vorsicht zu geniessen. Diese ändern oft ganz spontan die Richtung.
Ab Cockburn befinden wir uns wieder in South Australia. Einer dieser überlangen
Güterzüge fährt neben uns her - im Hintergrund die Benda
Range. Während der Fahrt essen wir wieder unser gesamtes Obst auf,
da sich mal wieder ein Fruit Fly Checkpoint ankündigt. Peterborough
liegt mittlerweile hinter uns. Die Strasse geht jetzt in eine Gravel Road
über. Diese führt nach Hawker. Wie schon so oft treffen wir auch
dieses Mal wieder auf Leute mit einer Autopanne. Dieses mal ist es ein
älteres Ehepaar in einem FourWheeler, mit einem Boot auf dem Dach
und einem Trailer im Schlepptau. Der Ansaugstutzen hatte sich gelöst
und hing nun irgendwie unten im Lüfter. Nach einer Viertelstunde haben
wir das blöde Ding endlich wieder draussen und es kann weitergehen.
Der Track ist in gutem Zustand. Da es in dieser Gegend schon lange nicht
mehr geregnet hat, ist die Piste diesmal hart und staubig. Noch vor Einbruch
der Dunkelheit erreichen wir Marree. Vom Campground ist es nicht weit zum
Hotel. Da unser Bier im Auto doch ziemlich durchgeschüttelt wurde,
gehen wir noch auf ein paar "West End Draught" ins Pub rüber. In den
letzten sechs Jahren hat sich hier nicht viel verändert. Doch - es
gibt mittlerweile Sticker für unseren Kühlschrank.
Der nächste
Morgen beginnt mit einer Überaschung. Was ist das denn? Wir wundern
uns schon beim Aufstehen dass der Wagen etwas schräg steht. Sch....
schon wieder ein Plattfuss. Dieses Mal hinten links. Klasse - mit unserem
Mini-Wagenheber macht das Reifenwechseln Laune. Zum Glück sind wir
noch nicht auf dem Oodnadatta Track. Hier in Marree können wir wenigstens
noch den Reifen reparieren lassen. Der Besitzer des Campgrounds ist gleichzeitig
der Eigentümer vom Lebensmittelladen und von der Tankstelle. Für
20 Dollar flickt er uns den Reifen. Mit zwei vollen Tanks - insgesamt 180
Litern und einer halben Stunde Verspätung machen wir uns auf den Weg
nach William Creek. Unterwegs sehen wir einen Baum, der voller toter Katzen
hängt. Nicht weit davon das Gleiche mit toten Füchsen. Katzen
und Füchse stellen in Australien ein grosses Problem dar. Diese vergreifen
sich an den einheimischen Beuteltieren. Nach 200 Kilometern Gravel Road
ereichen wir William Creek. Zum Hotel kam jetzt noch eine Take Away Bude
hinzu. Die Einwohnerzahl hat sich mittlerweile von 2 auf 9 erhöht.
Gegenüber vom Hotel befindet sich eine grosse Anzahl alter ausgedienter
Triebwerke und Raketen. Wir erkundigen uns nach dem Zustand des Tracks
Richtung Oodnadatta. Er ist doch sehr rauh und steinig - dennoch kommen
wir gut voran und erreichen gegen drei Uhr Oodnadatta. Das Pink Roadhouse
ist wirklich Pink. Sogar der Truck und die Werkzeugkiste in der Werkstatt
- einfach alles. Das mit der Werkzeugkiste wissen wir deshalb so genau,
weil wir schon wieder einen Reifen reparieren lassen müssen. Mit Entsetzen
stellen wir fest dass unser Ersatzreifen Luft verloren hat. Aber die Reparaturen
werden immer billiger. Dieses Mal kostet es nur noch 18 Dollar. Jetzt heisst
es die verlorene Zeit wieder aufholen. Nach Coober Pedy sind es noch 200
Kilometer. Das Licht ist jetzt besonders schön. Mit 100 Stundenkilometern
fegen wir über die Pistenstrasse durch die Moon Plain. Diese gleicht
einer endlosen Wüstenlandschaft. In dieser apokalyptischen Weite wurde
damals "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" gedreht. Der lange Schatten
des LandCruisers zeigt uns, dass die Sonne bald untergehen wird. In der
Abenddämmerung erreichen wir schliesslich Coober Pedy. Vergleichbar
einer riesigen Mondlandschaft, befinden wir uns jetzt im grössten
Opalfeld der Welt. Temperaturen von bis zu 50 Grad sind hier keine Seltenheit.
> australia
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