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Nach einer lausig kalten Nacht machen wir uns auf zu den bienenkorbähnlichen Sandsteinkuppeln der "Bungle Bungle". Über den "Cathedral Walk" gelangt man zum Wasserlauf des "Piccaninny Creek". Vorbei an gefurchten Sandsteinwänden erreicht man schliesslich die atemberaubende "Kathedrale". Ein von steil aufsteigenden, roten Felswänden eingebettes Wasserbecken erinnert an ein Amphitheater. Nach einer fast dreistündigen Tour verlassen wir nun wieder den Park Richtung Kununurra. Hier liegt die "Argyle Diamond Mine", die grösste Diamantenmine der Welt. Auf dem Campground am nahegelegenen See buchen wir für den nächsten Tag einen Rundflug.

Früh morgens starten wir zum Scenic Flight. Aus der Vogelperspektive gewinnt man einen eindrucksvollen Überblick auf die atemberaubenden Regionen der Kimberleys und den "Bungle Bungle" National Park. Nach diesem zweistündigen Flug besichtigen wir in der Stadt einen Diamantenladen. Die Besitzerin heisst Frauke und kommt aus Deutschland. Blacky Fuchsberger berichtete bereits ausführlich in seiner Sendung "Terra Australis" über sie. Die Diamanten kosten hier zwischen 500 und 140.000 Dollar. Wer eine andere Möglichkeit sucht sein Geld loszuwerden, der kann aber auch gestreifte Steine in der "Zebra Rock Gallerie" oder Teebaumöl auf der "Tea Tree Plantage" kaufen. "Ivanhoe Crossing" liegt auf dem Weg nach Wyndham und ist ein beliebter Treffpunkt für Angler. Ein kleiner Junge rutscht auf dem glitschgen Strassenbelag aus und fällt unsanft auf den Kopf. Der einzige Kommentar des Vaters war daraufhin: "Sei froh, dass du nur auf den Kopf gefallen bist und dich kein Krokodil gefressen hat". Man muss schon sagen, die Australier sind nicht gerade zimperlich und hart im nehmen. Eine ganz besondere Art der Unterhaltung bieten die vielen Allradfahrzeuge, die auf der schmierigen und stark überfluteten Strasse den Ord River durchqueren.

Auf der Weiterfahrt nach Katherine gelangt man zum "Lake Argyle", dem grössten Stausee Australiens. 40 Kilometer östlich von Kununurra erreicht man den Grenzübergang zum Northern Territory. Im Tiefflug kreisen Helicopter über trockenes Buschland um die riesigen Rinderherden der umliegenden Farmen zusammenzutreiben. Diese "Cattle Stations" können schon mal die Grösse einiger souveräner europäischer Staaten haben. Nach einem kurzen Zwischenstop im "Timber Creek Roadhouse" gelangen wir über den Victoria Highway am späten Nachmittag nach Katherine. Mit 7000 Einwohnern ist Katherine die drittgrösste Stadt im Territory und zugleich auch idealer Ausgangspunkt für einen Besuch des Nitmiluk National Parks.
 
Bungle Bungle National Park
> Bungle Bungles
Durack Ranges
> Durack Ranges
Ivanhoe Crossing, Kununurra - East Kimberley
> Ivanhoe Crossing
Lake Argyle
> Lake Argyle
Ti Tree Roadhouse
> Ti Tree Roadhouse

Nach Mataranka sind es jetzt noch 110 Kilometer. Inmitten der Regenwaldoase nehmen wir ein "erfrischendes" Bad in den 34°C warmen Thermalquellen.
Neben dem "Elseys Roadhouse" befindet sich ein kleiner Laden mit Aboriginalkunsthandwerk. Hier finden wir ein schönes, grosses Bild welches auch in unser Gepäck passt. Die meiste Zeit auf der Fahrt nach Süden verbringen wir in den Roadhouses entlang des Stuart Highway. Am "Lirrimah Roadhouse" begrüsst ein überdimensionaler "Pink Panther" die Besucher. Noch besser ist das "Daly Waters Roadhouse" - übrigens das älteste Pub in Australien. Die Hütte ist knallevoll mit Touristen und von oben bis unten mit Visitenkarten, Geldscheinen und Unterwäsche dekoriert. Nach 600 Kilometern erreichen wir in den Abendstunden den Campground von Tennant Creek.

Sonnenaufgang auf dem Stuart Highway. Jetzt sind es noch einmal fast 600 Kilometer bis nach Alice Springs. Am "Wauchope Roadhouse" treffen wir auf zwei Schweizer welche schon seit neun Wochen mit ihrem Auto unterwegs sind - allerdings mit nur drei Musikcassetten. Verrückt oder? Einem Austausch mit unseren Cassetten steht also nichts im Weg. Vor dem "Wycliffs Well Roadhouse" stehen zwei riesige, grüne "Ausserirdische" aus Pappmachee. Hier sollen vor Jahren UFO's gesichtet worden sein. Im "Barrow Creek Roadhouse" kaufen wir im Hinterzimmer noch ein weiteres Aboriginalbild. In der Bar vom "Ti Tree Roadhouse" steht ein Sarg mit einem Totenkopf. Makaber - aber der Wirt ist zugleich auch der Totengräber der naheliegenden Ortschaft. Neben dem Pub befindet sich ein kleiner Laden mit schönen Malereien der örtlichen Aboriginal People. Nach einer langen Tagesetappe gelangen wir nun endlich ins Rote Zentrum Australiens. In Alice Springs findet sich schnell ein Campground in unmittelbarer Nähe der Stadt.

Da wir die letzten zwei Tage fast nur im Auto gesessen haben, wäre es mal wieder an der Zeit sich die Beine zu vertreten. Dafür ist Alice bestens geeignet. In der "Todd Mall"  finden sich die meisten Einkaufsläden und diverse Aboriginal Art Gallerien. Eine kunstvolle Wandmalerei entdeckt man auf der Rückseite des "Coles" Supermarkts. Alice bietet ein vielfältiges Angebot für Ausflüge rund um die Stadt und den angrenzenden McDonnell Ranges.

Nach dem Frühstück gehts zum 70 Kilometer südlich gelegenen Rainbow Valley. Ein unscheinbarer Abzweig am Stuart Highway führt über eine 25 Kilometer lange Sandpiste durch die Dünen. Aus diesem Landschaftbild heraus erheben sich abgeflachte, rot-weiss-gelbe Sandsteinfelsen. Da wir im Moment wohl die einzigsten Besucher hier sind, dienen wir als potentielles Angriffsziel für die aufdringlichen Blowflies. Um den Fliegen zu entkommen und um nicht gleich in den Wahnsinn getrieben zu werden, erfolgt sogleich der rettende Rückzug ins Auto. Vorbei am Mt. Conner gelangt man über den Lasseter Highway zum Ayers Rock Resort.
 
Barrow Creek Hotel
> Barrow Creek Hotel
Road Trains
> Road Train
Wauchope Roadhouse
> Wauchope Roadhouse
Wycliffe Well
> Wycliffe Well
Devil's Marbles
> Devil's Marbles

Um sieben Uhr erscheinen wir zum Sonnenaufgang am Uluru - dem wohl bekanntesten Wahrzeichen Australiens. Ausgerechnet heute ist der Himmel ziehmlich stark bewölkt. Man kann eben nicht immer Glück haben. Dennoch oder vielleicht sogar deswegen versprüht der Berg auf den Besucher eine starke Faszination.
Danach steht jetzt noch die Weiterfahrt zum Kings Canyon an. Mittlerweile ist die Sonne auch wieder zurückgekehrt. Bei der Hitze suchen sogar die Emus am Strassenrand den Schatten unter den Bäumen auf. Im Kings Canyon Resort findet sich am späten Nachmittag auch gleich ein Zimmer im Backpackers. Zum Sonnenuntergang reicht es heute leider nicht mehr - dafür aber zum Stockmen’s Dinner im nahegelegenen Restaurant.

Gleich nach Sonnenaufgang umwandern wir den Kings Canyon. Über einen steilen Aufstieg gelangt man auf das Plateau mit seinen bizarren Felskuppeln, welche denen der "Bungle Bungles" gleichen. Ein Rundweg führt entlang des Canyons mit herrlichen Aussichtspunkten auf die 100 Meter tiefe Schlucht und die Palmenoase "Valley of Eden". Da wir nun gut in der Zeit liegen und von harten Pisten immer noch nicht genug haben, machen wir uns auf den Weg nach Hermannsburg. Alternativ zum monotonen Highway führt die Schotterpiste der "Mereenie Loop Road" zurück nach Alice Springs. Der Track befindet sich in einigermassen gutem Zustand. Wellblechpassagen nimmt man am besten mit einer Geschwindigkeit zwischen 80 und 90 Kmh. Zu beachten sei dabei aber, dass das Lenkverhalten jetzt einer Fahrt auf Glatteis ähnelt. Mit einer Staubfahne von mehreren Kilometern erreichen wir schliesslich den alten Missionsort Herrmannsburg. Das Missionsgelände umfasst unter anderem ein kleines Museum, zwei Schulgebäude und eine Kirche. Hier entschliessen wir uns noch zur Weiterfahrt zur 130 Kilometer westlich von Alice gelegenen Glenn Helen Gorge. Auf dem Weg dorthin kommt man am riesigen "Grosse Bluff“ Krater vorbei. Von der Form her gleicht er aber eher einer überdimensionalen Schüssel. Durch die bergige Landschaft der McDonnell Ranges gelangen wir in den frühen Abendstunden zur "Glenn Helen Homestead". Ein Zimmer mit Blick auf die rote Felswand der Gorge entschädigt für stundenlanges Pistenfahren.

Der Weg nach Alice führt jetzt über den "Namatjira Drive" an den wunderschönen Schluchten der "Ormiston Gorge", der "Redbank Gorge" und "Serpentine Gorge" vorbei. In der Stadt werden wir ständig auf unser Fahrzeug angesprochen. Mit Abstand ist es die wohl dreckigste Karre im ganzen Outback. Am Abend treffen wir auf dem Campground auch wieder die zwei Schweizer. Da unsere Reise bald zu Ende geht, hinterlassen wir ihnen neben der Taschenlampe und dem Zelt auch unsere restlichen 30 Musikcassetten.
 
Alice Springs - The Ghan
> The Ghan
Alice Springs - view from ANZAC-Hill
> Alice Springs
Rainbow Valley
> Rainbow Valley
Red Sand Dunes
> Red Sand Dunes
Red Sand Dunes
> Red Sand Dunes

Der heutige Tag wird noch einmal genutzt um letzte Besorgungen zu erledigen. Nebenbei steht ein Besuch des "Panorama Guth" - der grössten Privatsammlung von Aboriginalartefakten auf dem Programm. Ein gemaltes 360° Landschaftspanorama bildet den Mittelpunkt dieser Ausstellung. Danach noch eine kleine Kaffeepause bei den Flying Doctors bevor es nochmals in die Malls zum Einkaufen geht. Eine gute Adresse für Aboriginalkunst findet sich bei "Caarma" am oberen Ende der "Todd Mall". Da es noch früh am Nachmittag ist, beschliessen wir kurz zur "Emily Gap“ herauszufahren. Bei diesem idyllischen Billabong kann man die gut erhaltenen  "Caterpillar Dreaming" Felsmalereien bewundern.

Nur einige Kilometer von der Stadt befindet sich der "Alice Springs Desert Park". Er bietet eine hervorragende Einführung in die Pflanzen- und Tierwelt der Region.
Ein Pfad führt durch Wüstenhabitate, Sandlandschaften und kleine Wälder. Besonders interessant ist das Nachthaus. Jetzt sehen wir endlich all die Tiere die sich sonst tagsüber nicht blicken lassen. Nach einer Didgeridoo Performance von Andrew Langford im "Sounds of Starlight Theatre" haben wir das Glück Andrew persönlich kennenzulernen. Er erzählt uns von seiner letzten Deutschland Tour und dass er mit dem INXS Schlagzeuger Jon Farris in eine Schulklasse ging. Am Abend heisst es dann wieder einmal Rucksack packen.

Nach einem Besuch in der Waschstrasse gehts nochmal zum Bahnhof von Alice. Am Vormittag erwartet man hier den berühmten "Ghan". Der aus dem 1500 Kilometer entfernten Adelaide kommende Zug verbindet die Hauptstadt Südaustraliens mit dem australischen Zentrum. Mittlerweile ist es 12 Uhr und Checkout Time auf dem Campground. Im Pizza Hut ist erstmal "All you can eat“ angesagt, bevor wir den Wagen bei "Britz" zurückgeben müssen. Mit dem Taxi gehts zum 20 Kilometer entfernten Flughafen von Alice. Am späten Nachmittag verlassen wir nun das Northern Territory und fliegen weiter nach Adelaide. Das Hotel haben wir schon im Voraus gebucht. Aber statt eines Hotelzimmers erhalten wir ein Appartment - zum gleichen Preis versteht sich. Nicht schlecht so ein bisschen Luxus am Ende der Reise. Am Abend gehts noch in die Innenstadt zur Ortserkundung. Schöne alte Häuser aus der Kolonialzeit bilden das Zentrum der Millionenstadt. In der "Rundle Mall", der besten Einkaufsstrasse, gibt es eine Vielzahl an Geschäften und Second Hand Läden, jeder Menge Cafes, Pubs und Restaurants.

Am Vormittag bestätigen wir telefonisch den Rückflug nach Deutschland und gehen darauf nochmals in die Stadt. Mit dem "Free City Bus" gelangt man bequem zu den schönsten Plätzen Adelaides. Ein letztes Mal werden ausstehende Einkäufe getätigt bevor wir den Abend im "Elephants Pub" ausklingen lassen.  Nach einem lustigen Abend finden wir nur noch mühsam zu unserem Hotel zurück - der Alkohol zeigt langsam seine Wirkung.

Heute frühstücken wir im Cafe "Fast Eddy“, welches zugleich auch beliebter Treffpunkt der örtlichen Polizei ist. Danach gehts mit dem Taxi wieder zum Flughafen. Als kleines Dankeschön für ein kurzes Interview erhalten wir vom "South Australian Tourist Bureau" eine goldene Kangaroo Anstecknadel. Auf dem Rückflug nach Deutschland kommen wir noch in den Genuss eines gigantischen Naturschauspiels. Heftiges Gewitter entlädt sich über den Himalaya-Gebirgszügen und lässt diese im Sekundentakt hell erleuchten.

Landung auf dem Flughafen in Frankfurt. Von der langen Reise noch ziemlich geschlaucht, hängen wir im Terminal herum und warten auf den Anschlussflug nach Stuttgart.

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