| Nach einem
pink-violetten Sonnenaufgang gehts zu den 70 Kilometer entfernten "Blow
Holes". Durch diese Löcher werden Wasserfontänen bis zu 20 Meter
in die Höhe gepresst. Hier treffen wir auch Harry wieder. Er erzählt
uns, dass immer wieder Touristen auf den Felsklippen von der "Killer Wave"
erfasst und ins Meer gespült werden. Zum Abschied schenkt er uns noch
ein paar schöne Muscheln und Steine als Glücksbringer. Nach Coral
Bay am Ningaloo Reef ist es nicht mehr weit. Unmittelbar hinter dem Strand
beginnt bereits das Riff - ein Paradies zum Tauchen und Schnorcheln. Mit
einem Sub-Boot tauchen wir ab in die farbenprächtige Unterwasserwelt
des Korallenriffs. Im Norden der Halbinsel liegt die Ortschaft Exmouth.
Die Schäden die der letzte Wirbelsturm hinterlassen hat, sind hier
stellenweise noch unübersehbar. "Cyclone Vance" zerstörte über
40 Häuser vollständig, weit über hundert trugen schwere
Schäden davon. Nördlich der Stadt finden wir in der Nähe
des Leuchtturms ein kleines Appartment mit herrlichem Ausblick auf Surfers
Beach.
Für
den Vormittag haben wir einen Rundflug über das Riff eingeplant um
die Walhaie vom Flugzeug aus beobachten zu können. Im Tourist Bureau
teilt man uns aber mit, dass momentan sämtliche Flüge auf Grund
der schweren Zerstörungen gestrichen wurden. Also packen wir unsere
Sachen und fahren weiter zur 600 Kilometer entfernten Pilbara Range. Hier
liegen die reichhaltigsten Eisenerzvorkommen der Welt. Über eine Gravel
Road erreichen wir bei Dunkelheit die Bergwerksstadt Tom Price. Da der
Campground mittlerweile aber schon geschlossen hat, rufen wir kurzerhand
dieTelefonnummer welche an der Office-Tür hängt an. Zehn Minuten
später erscheint der Verwalter und teilt uns eine komfortable Unit
zu.
Bei Tagesanbruch
fahren wir in die Hamersley Range. Eine rote Schotterpiste führt zu
den tief ins Plateau eingegrabenen Schluchten. In den malerischen Kaskaden
befinden sich herrliche Pools zum Baden. Eukalyptusbäume und Spinifexgras
bedecken die weiten Bergkämme und Tafelberge. Inmitten der für
uns wohl schönsten und atemberaubendsten Landschaft stellen wir bei
Einbruch der Dunkelheit unser kleines Zelt auf. Als Matratze müssen
die leeren Bierkartons herhalten. Die chinesischen Fusseldecken die wir
in Kalgoorlie gekauft haben, erweisen ihrem Namen alle Ehre. Sie fusseln
mehr anstatt zu wärmen. Die ganze Nacht hindurch schleichen ständig
Tiere ums Zelt herum. Doch trotz fast platzender Blase setzten wir heute
Nacht keinen Fuß mehr vors Zelt.
> Karijini
NP |
> Gantheaume
Point |
> Red Sandy
Track |
> Broome
- Sun Pictures |
> Red Sandy
Track |
Mit feuchten
Haaren und eisig kalten Füssen werden wir durch lautes Vogelgezwitscher
geweckt. Vorbei an den stillgelegten "Blue Sky Mine" Asbestminen von Wittenoom
folgen wir der Strasse Richtung Norden. Unterwegs lernen wir an einem Roadhouse
einen urigen Truckfahrer kennen. Mit seinem 50 Meter langen "Road Train"
Koloss versorgt er die entlegene Tanami Gold Mine. Nach einem üppigen
Frühstück gehts über eine Gravel Road weiter nach Marble
Bar, dem heissesten Ort Australiens. Durchgeschüttelt erreichen wir
die kleine, abgelegene Ortschaft westlich von Port Hedland. Ein Aboriginal
People bietet uns auf der Strasse günstig seine selbstgemalten Aquarellbilder
zum Kauf an. Im örtlichen Pub müssen wir dagegen den Höchstpreis
für einen Karton Emu-Bier bezahlen. Ein oller Wohnwagen voller Frösche
dient uns als Unterkunft für die heutige Nacht.
Am Morgen
steht noch eine kurze Besichtigung des nahegelegenen "Marble Bar Pool"
an, bevor es dann ins 700 Kilometer entfernte Broome Richtung Norden geht.
Das Zentrum der Perlenindustrie am Indischen Ozean begeistert mit nahezu
endlos weiten Sandstränden mit türkisblauem Wasser. Im 19. Jahrhundert
war Broome der berühmteste Perlenhafen der Welt. Über der Stadt
liegt heute ein rotgrauer Aschenhimmel - Folge der umliegenden Buschfeuer.
Der 160 Kilometer lange Sandstrand am "Cable Beach" ist ein beliebter Treffpunkt
bei Sonnenuntergang. Am Abend besuchen wir "Sun Pictures", das älteste
Freilichtkino der Welt. Es wurde 1916 eröffnet und ist noch immer
in Betrieb.
In der Nähe
vom "Cable Beach" befindet sich der "Crocodile Park" von Malcom Douglas.
Bei einem Besuch treffen wir den berühmten Abenteurer und Dokumentarfilmer
während der morgendlichen Aufgabenverteilung mit seinen Leuten. Das
Freigehege beherbergt bis zu 250 Krokodile. Verletzte Tiere aus den umliegenden
Regionen werden hier wieder aufgepäppelt. Teilweise wurden aggressive
Krokodile auch einfach nur umgesiedelt, da sie zur Gefahr für den
Menschen wurden. Am Nachmittag haben wir noch genügend Zeit zur Ortserkundung.
Das asiatisch geprägte Broome bietet neben einigen Souvenierläden,
Restaurants und Cafes auch interresante Möglichkeiten zum Kauf von
Perlen.
> Road Train |
> Derby
- Boab Tree |
> Fitzroy
Crossing |
> Northern
Highway |
> Kimberleys |
Am "Gantheaume
Point" 25 Kilometer nördwestlich von Broome kann man 130 Millionen
Jahre alte Dinosaurier-Fussabdrücke bewundern. Auf dem Rückweg
lesen wir eine junge Japanerin auf. Völlig entkräftet schiebt
sie ihr Fahrrad durch den tiefen, roten Sand. Bei diesen heissen Temperaturen
und ohne Wasser eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit. Dankend
nimmt sie unsere Getränke an. Das Fahrrad braucht sie jetzt aber erstmal
nicht mehr. Wir binden den Drahtesel vorne an den Rammschutz und fahren
sie die letzten Kilometer zurück nach Broome. Es folgt nun die kürzeste
Tagesetappe. Nach Derby sind es gerade einmal 130 Kilometer. Der Ort dient
als Versorgungszentrum für die westliche Kimberley Region. Wir quartieren
uns auf dem Campground in einem Wohnwagen ein und fahren danach stadtauswärts
zum berühmten "Prison Tree" - einem ausgehöhlten Boab-Baum mit
einem Umfang von 14 Metern. Dieser wurde früher als Gefängnis
genutzt. Nicht ganz ungemütlich im hohlen Stamm. Den ganzen Tag über
ist es jetzt schon drückend heiss. Die Nacht verbringen wir wohl besser
nicht im Wohnwagen. Irgendwie ist die Luft hier drin doch ziemlich stickig.
Besser ist es wahrscheinlich auf der Ladefläche des Toyotas zu übernachten.
Die Nacht
hat etwas Abkühlung gebracht. An einer Tankstelle erkundigen wir uns
über den Streckenzustand nach Fitzroy Crossing via Tunnel Creek. Teilweise
geht es jetzt also über die berühmte Gibb River Road. Die ersten
Kilometer fährt man auf asphaltierter Strasse bevor diese dann in
eine Gravel Road übergeht. Nach 120 Kilometern folgt ein Abzweig.
Eine holprige, mit üblen Steinen durchsetzte Piste führt durch
dichtes Buschwerk und meterhohes Gras. Vor uns liegt nun der Zugang zur
Windjana Gorge. Am Flussufer kann man Süsswasserkrokodile aus nächster
Nähe betrachten. Ein Waran flüchtet vor uns ins dichte Unterholz.
Es ist tierisch heiss. Wir fahren heute noch weiter zum Tunnel Creek. Der
Weg dorthin verläuft durch eine traumhaft schöne Savannenlandschaft.
Besonders beeindrucken uns die vielen gewaltigen Boab Bäume. Um zum
Eingang des Tunnel Creek zu gelangen muss man jedoch erst über mannshohe
Felsbrocken klettern. Der Fluss verläuft jetzt 800 Meter durch ein
dunkles, unterirdisches Gewölbe. Bei der Durchwanderung des knietiefen
Wassers kann es durchaus zu Begegnungen mit kleinen Süsswasserkrokodilen
oder Yabba-Riesenflusskrebsen kommen. Besser man hat also eine Taschenlampe
bei sich. Nach Fitzroy Crossing sind es noch 130 Kilometer. Auf dem Campground
wimmelt es an diesem Abend nur so von grossen, grünen Baumfröschen.
Zwischenzeitlich haben sie sich sogar in unserem Zelt einquartiert, was
letztendlich den Entschluss im Auto zu schlafen bestärkt.
> Bungle
Bungles |
> Bungle
Bungles |
> Bungle
Bungles |
> Bungle
Bungles Camp |
> Bungle
Bungles - Track |
Nach einer
ruhigen Nacht gehts heute zur "Geikie Gorge". Die Bootstour führt
durch eine 14 Kilometer lange Sandssteinschlucht. Das alljährliche
Hochwasser steigt hier während der Regenzeit um bis zu 15 Meter an.
Der Northern Highway führt nun 300 Kilometer östlich nach Halls
Creek. Auf halber Strecke dorthin treffen wir auf einen Holländer
mit einer Autopanne. Der Spannbügel der Lichtmaschine ist gebrochen,
Kraftstoff tropft auf den heissen Abgaskrümmer und dem leeren Kühler
ist nur noch ein leises Zischeln zu entlocken. So wie es scheint kann man
aber den Schaden vor Ort reparieren. Um den Keilriemen spannen zu können,
klemmen wir zwischen die Lichtmaschine und den Motorblock eine Gabel aus
dem Essensbesteck. Der fehlende Blindstopfen im Vergaser wird durch einen
Kaugummi ersetzt und der leere Kühler mit unseren letzten Wasservorräten
aufgefüllt. Damit müsste er doch eigentlich bis Fitzroy Crossing
kommen. In Halls Creek haben wir wieder mal die Möglichkeit unsere
Vorräte aufzufüllen. In der ehemaligen Goldgräberstadt leben
heute hauptsächlich Aboriginal People. Die nahegelegene Geisterstadt
"Old Halls Creek" ist über die unbefestigte "Duncan Road" zu erreichen.
Eine Piste
führt zum 150 Kilometer entfernten "Wolf Creek Crater" - mit 800 Metern
Durchmesser der zweitgrösste Meteoritenkrater der Welt. Oben auf dem
50 Meter hohen Kraterrand weht ein stürmischer Wind. Zurück über
Halls Creek führt am Northern Highway ein kleiner Abzweig in den Purnululu
(Bungle Bungle) National Park. Eine mühselige Fahrt auf dem 55 Kilometer
langen und nur für Allradfahrzeuge zugänglichen "Spring Creek
Track" steht uns nun bevor. Die mit ausgefahrenen Spurrillen und mit übelsten
Steinen übersäte Strecke verläuft durch prächtige,
hügelige Buschlandschaft. Stellenweise müssen aber noch tiefe
Flussbetten durchquert werden, ehe man nach zweieinhalb Stunden das "Kurrajong
Camp" erreicht. Im Scheinwerferlicht schlagen wir bei Anbruch der Dunkelheit
noch schnell das Zelt auf.
> australia
tour 1999...................................1. ....2. ....3. |