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6:30 Uhr früh. Die anderen Gäste im Backpackers haben heute Nacht wohl ordentlich gefeiert. Überall liegen leere Bierdosen, Stiefel, Sonnenbrillen, Tabak und Gitarren rum. Vor unserem Zimmer hängt eine überdimensionale Australienflagge. Wir machen uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Fraser Island. Für die Insel benötigt man ein Permit für 25 Dollar. Die Fähre kostet hin und zurück nochmals weitere 50 Dollar. In einer Baustelle bleibt unser Wagen erstmals im tiefen, berühmt berüchtigten Bulldust stecken. Dank der Untersetzung des LandCruisers kommen wir aber ohne Schwierigkeiten wieder aus dem Staubloch heraus. Mit der Fähre setzen wir nun bei Inskip Point über nach Fraser Island, der grössten Sandinsel der Welt. Zuerst einmal müssen wir jetzt die Insel durchqueren um zur Ostküste zu gelangen. Am Seventy Five Mile Beach fahren wir am schier endlosen, fast menschenleeren Sandstrand entlang. Vorsicht ist dennoch angesagt - denn man muss sich nach den Gezeiten richten, um nicht von der aufsteigenden Flut überrascht zu werden. Die 100 Kilometer lange Piste befindet sich in ausgezeichnetem Zustand und wird nur stellenweise durch tiefe Rinnsale unterbrochen. Bevor man allerdings im tiefen Sand fährt, sollte man Luft aus den Reifen ablassen - um ein Einsinken des Fahrzeugs zu vermeiden. Niedriger Luftdruck erhöht bekanntlich die Auflagefläche der Reifen. Noch vor Anbruch der Dunkelheit erreichen wir Eurong. Auf der Suche nach einer Unterkunft haben wir Glück und finden eine hinter den Dünen liegende leerstehende Villa, die am nächsten Tag verkauft werden soll. Für ein paar Dollar können wir das ganze Haus nutzen und sogar mal wieder unsere Wäsche waschen. Der Hausmeister warnt uns vor den neugierigen, australischen Wildhunden - den Dingos. Diese haben anscheinend nichts besseres im Sinn, als den Inselbesuchern die Schuhe, Kleidung oder Lebensmittel "wegzuschleppen" - eben alles was nicht festgebunden ist. Es soll sogar schon zu Streitigkeiten unter den Reisenden gekommen sein, weil man sich gegenseitig des Diebstahls bezichtigte. Von der grossen Veranda aus können wir den Dingos bei ihren nächtlichen Streifzügen zusehen.

Entlang der Ostküste gelangt man zum stark angerosteten Schiffswrack der 1935 auf Grund gelaufenen "Maheno". Dahinter erheben sich die leuchtend rot-orangenefarbenen Sandsteinklippen der "Pinnacles" und die "Cathedral Rocks". Wir verlassen nun den Strand um das Inselinnere zu erkunden. Schmale, tiefsandige Wege führen in den dichten Regenwald. Vorbei an kristallklaren Bächen gelangt man zu einem der vielen Binnenseen. Am "Lake Bowarrady" beobachten wir die Schildkröten. Das Wasser ist so klar dass man bis auf den Grund sehen kann. Auf unserer Weiterfahrt kreuzt eine riesige schwarze Schlange unseren Weg. Zwischendurch kommt man immer wieder an Lichtungen, welche den Blick auf die bis zu 250 Meter hohen Sanddünen freigeben. Auf dem Rückweg zur Ablegestelle der Fähre steigt nun langsam die Flut. Wie war das doch gleich mit den Gezeiten? Die Fahrspur am Sandstrand entlang wird jetzt immer schmaler - das ansteigende Wasser kommt uns mittlerweile bedrohlich nah. Der Adrenalinspiegel steigt. Auf diese Art sind auf Fraser bekanntlich schon unzählige Fahrzeuge abgesoffen. Irgendwie schaffen wir es aber noch rechtzeitg nach "Hook Point". An der Ablegestelle tummeln sich jetzt die Allradfahrzeuge. Jeder will noch auf die letzte Fähre. Dann nochmals ein letzter Kraftakt - in Millimeterarbeit müssen alle Fahrzeuge so ausgerichtet werden, dass auch noch der letzte einen Platz findet. Als Erinnerung bleiben zwei Steinschlaglöcher in der Windschutzscheibe und ein Riss im Reifen. Don't worry! Wieder zurück auf dem Festland, erreichen wir am Abend die historische Innenstadt von Maryborough. Ein billiges Motel befindet sich in unmittelbarer Nähe und zum "Pizza Hut" ist es glücklicherweise auch nicht weit.
 
Fraser Island Ferry
> Fraser Island
Maheno - Shipwreck at Fraser Island
> Fraser Island
Maheno - Shipwreck at Fraser Island
> Maheno - Shipwreck
Fraser Island - Seventy Five Mile Beach
> Fraser Island
Fraser Island - The Pinnacles
> Fraser Island

Um fünf Uhr in der Früh werden wir durch das Geschrei der Kookaburras geweckt - um sechs Uhr ein weiteres Mal durch einen krähenden Hahn. Es stimmt also dass der Kookaburra immer vor den Hühnern aufsteht. Auf dem Weg nach Rockhampton machen wir einen kuzen Stop in Childers, einem der typischen Provinzstädtchen Queenslands. In Rockhampton besuchen wir das "Dreamtime Cultural Centre". Laut Reiseführer das beste in ganz Australien. Eine Videopräsentation vermittelt den Besuchern einen informativen Eindruck vom Leben der Aboriginal People damals wie heute. Auf einem Lehrpfad durch die Buschlandschaft wird dem Besucher die heimische Pflanzenwelt nähergebracht.

Heute machen wir uns einen gemütlichen Tag. Das nächste Ziel sind die Whitsunday Inseln. Endlose Zuckerrohrplantagen prägen von nun an das Strassenbild bis man schliesslich zur Zuckerrohrhauptstadt Mackay gelangt. Der Grossteil der australischen Zuckerproduktion stammt aus dieser Gegend. Am Nachmittag erreichen wir Airlie Beach - den Ausgangspunkt zu den Whitsunday Inseln. Die Ortschaft besteht eigentlich nur aus Touristenbüros, Restaurants, Backpackers und Motels. Für den nächsten Tag buchen wir also eine Bootstour nach Hook Island. Vom nahegelegenen Lookout geniesst man einen grandiosen Ausblick auf die herrliche Küstenlandschaft und die vorgelagerten Inseln.

Um neun Uhr morgens beginnt die Überfahrt. Nach knapp zwei Stunden erreichen wir Daydream Island. Eine Stunde Aufenthalt reicht aber gerade mal zum Kaffeetrinken. Regenbogenlorikeets - kleine, bunte Papageien sitzen ganz frech auf unseren Tellern und Tassen - teilweise sogar auf den Köpfen der Leute. Durch türkisfarbenes Wasser geht die Überfahrt nun weiter. Im Laufe des Nachmittags legt das Boot auf Hook Island an. Im Resort gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Betten und so erhalten wir letztendlich ein kleines Zimmer mit Etagenbett, Kühlschrank und Wasserkocher. Mehr braucht man hier auch nicht. Es ist wie im Paradies. Doch wir sind nicht die einzigen Bewohner des Zimmers - eine grössere Spinne verschwindet schnell noch unter dem Kühlschrank. Ein Bushwalk führt entlang der Insel mit wunderschönen Aussichtpunkten auf das Inselpanorama. In den Bäumen ist unverkennbar das laute Geschrei der Flying Foxes zu hören. Vom Strand aus kann man sogar vereinzelt auf die Korallenbänke sehen. Mittlerweile ist es schon dunkel. Wir setzen uns auf ein Bierchen auf die Terrasse. Ein deutscher Backpacker gesellt sich zu uns an den Tisch und so wird der Abend dann auch noch ganz lustig. Mittlerweile, die Bar hat schon geschlossen, bleibt uns wohl nichts anderes übrig als uns über die Biervorräte im Kühlschrank herzumachen.

Nach dem Frühstück ist erst mal eine Runde Schnorcheln angesagt - dazu leihen wir uns im Resort Taucherbrillen und Flossen. Das Riff leuchtet in den schillernsten Farben. Unzählige Fische schwimmen um uns herum. Das Korallenriff ist also wirklich so wie man es von den Postkarten her kennt. Schade - um 16 Uhr ist wieder Rückfahrt nach Airlie Beach. Die letzten zehn Minuten auf dem offenen Schiff werden wir dann noch vom Regen überrascht. Klitschnass aber zufrieden kommen wir am Abend wieder auf dem Festland an.

Heute fahren wir weiter nach Norden und besuchen fünfzehn Kilometer südlich von Townsville das "Billabong Sanctuary". Zur Parkanlage gehören unter anderem auch eine Lagune für Krokodile, ein Sumpfgebiet für Wasservögel und ein Regenwald mit Kasuaren. Ab der Ortschaft Ingham bemerkt man die drastische Veränderung der Vegetation. Hier in den feuchten Tropen ist alles viel üppiger und grüner. Langsam wird es dunkel - im Scheinwerferlicht erkennen wir gerade noch zwei schlafende Hunde auf der Fahrbahn. Da wir jetzt auch nicht mehr lange nach einem Zimmer suchen wollen, nehmen wir gleich das erstbeste - wie sich herausstellt sogar noch eins mit Whirlpool. Wir sitzen noch ein Weilchen draussen auf der Veranda. Es ist ganz idyllisch hier. Rund ums Haus stehen zahlreiche Bananenstauden und Mangobäume. Auf dem Geländer leisten uns noch einige Laubfrösche Gesellschaft.
 
Childers
> Childers
Airlie Beach
> Airlie Beach
Cairns - Royal Flying Doctor Service
> RFDS - Cairns
Castlemaine XXXX - Bitter
> XXXX - Bitter
Port Douglas
> Port Douglas

Nach Cairns ist es jetzt nicht mehr weit. Unterwegs legen wir einen kurzen Stop bei den "Wallaman Falls" ein. Hier stürzen die Wassermassen des "Stony Creek" 300 Meter in die Tiefe. Ein Rundweg führt in einer Schlucht zu "The Boulders". Riesige, glatte Felsbrocken ragen aus diesem Wildwasserlauf hervor. In den gefährlichen Strudeln ertrinken immer wieder Touristen, weil sie auf den glitschigen Steinen herumturnen müssen. Auf unserer Weiterfahrt müssen wir abrupt abbremsen, da vor uns auf der Strasse eine grosse, zusammengerollte Python liegt. Wir wollen sie auf den Grünstreifen legen bevor sie noch überfahren wird - doch müssen wir leider feststellen dass sie schon tot ist.

Auf ins Atherton Tableland. Über den Gilles Highway gelangt man zum "Lake Barrine". Dort kann man zwei riesige 1000 Jahre alte Karribäume bewundern. In der Nähe von Yungabarra führt ein Weg zum Curtain Fig Tree - einer Würgefeige. Aus 15 Metern Höhe treibt der Baum seine Wurzeln, ähnlich einem Vorhang, zum Abstützen runter auf den Boden. Einige Kilometer östlich befindet sich der Lake Eacham Kratersee. Liebhaber von Wasserfällen kommen im Tableland voll auf ihre Kosten. Milla Milla Falls, Zillie Falls, Elinja Falls, um nur einige zu nennen oder eben die Mungalli Falls. Hier gibts sehr guten hausgemachten Orangenkuchen und Kaffee für zwei Dollar. Jetzt haben wir aber genug von Wasserfällen. Es regnet schon den ganzen Nachmittag.

Heute scheint die Sonne wieder. Cairns ist der ideale Ausgangspunkt für alle weiteren Unternehmungen. Die 50.000 Einwohner zählende Stadt ist recht überschaubar. Die von Palmen gesäumten Strassen vermitteln ein tropisches Flair. Zum Einkaufen geht man am besten zum "City Place" in der Innenstadt. Hier befinden sich unzählige Läden, Cafes, Restaurants und urgemütliche Pubs. Für den nächsten Tag buchen wir schonmal die Zugfahrt nach Kuranda. Nach einer ausgiebigen Ortserkundung beschliessen wir heute erstmal gar nichts mehr zu tun, sondern einfach nur zu relaxen.

Um 7:30 Uhr fährt uns der Bus zum alten Bahnhof nach Freshwater. Hier beginnt die Zugfahrt durch den Regenwald hinauf nach Kuranda. In den 70er Jahren liessen sich viele Aussteiger und Hippies in dem idyllischen Bergdorf nieder. Der 35 Kilometer lange Aufstieg schlängelt sich durch die steilen Berghänge - über eine riesige Brücke führt die Strecke direkt an den Barron Wasserfällen vorbei. Nach einer Stunde erreichen wir den Bahnhof von Kuranda, dieser ähnelt jedoch eher einem botanischen Garten. Hier hängt alles voller Blumenampeln mit unzähligen exotischen Pflanzen. Der Markt ist total auf Tourismus eingestellt. In einem Waldstück entdecken wir ein altes Flugzeugwrack von 1942. Die Rückfahrt machen wir mit der Seilbahn. Hoch über den Baumkronen gleitet die Gondel langsam wieder hinunter nach Cairns. Dort besuchen wir das "Tjapukai Aboriginal Dance Theater". Man erhält einen interessanten Eindruck über die traditionelle Lebensweise der Aboriginal People. Gespannt lauschen wir den Geschichten aus der Traumzeit. Ungeübte können sich beim Bumerangwerfen oder Didgeridoospielen versuchen. Zum Abschluss wird den Besuchern noch ein Corroborree vorgeführt. In traditioneller Körperbemalung tanzen lokale Aboriginal People zu modernen Rhythmen.

Der heutige Tag beginnt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Das nächste Ziel sind die 290 Kilometer südwestlich von Cairns gelegenen Undara Lava Tubes. Inmitten des Outbacks kommen wir an eine Quarantänestation. Queensland hat bekanntlich ein grosses Papaya Fruchtfliegenproblem. Wir müssen das gesamte Obst schälen und die Kerne entfernen. Die Gurken und Bananen essen wir vor Ort. Bei Undara Lodge hat man die Möglichkeit in einem Zelt auf Stelzen oder aber in einem ausrangierten, komfortabel eingerichteten Eisenbahnwagon zu übernachten. Wir entscheiden uns für das Zelt. Da es in dieser Gegend sehr viele Schlangen gibt stopfen wir alle möglichen Schlupflöcher im Zelt zu. Kurz vor Sonnenuntergang machen wir den "Bluff Walk" und geniessen vom Lookout eine grandiose Aussicht auf die endlose Weite. Nach dem Abendessen nehmen wir an einem geführten Nightwalk teil. Der Ranger verteilt an alle Teilnehmer Taschenlampen. Auf dem Weg durchs nächtliche Unterholz funkeln einen ständig Spinnenaugen an. Kangaroos und Wallabies springen in unmittelbarer Nähe an uns vorbei. Nach dieser Nachtwanderung sitzen wir noch gemütlich am warmen Campfire. Ein faszinierendes Schauspiel ist der südliche Sternenhimmel. Niemals zuvor haben wir so viele Sterne gesehen wie an diesem Abend. Kleine zutrauliche Wallabies kommen direkt ans Zelt und gesellen sich zu uns.
 
Millaa Millaa Falls
> Millaa Millaa Falls
Queensland - Rainforest
> Rainforest
Undara
> Undara
Cairns
> Cairns
Cairns
> Cairns

Schon in den frühen Morgenstunden springen die ersten Kangaroos über den Campground. Da wir die einzigen Camper sind, fühlen sie sich auch ganz ungestört. Danach gibts erstmal ein ordentliches Bushfrühstück. Auf dem Campfire werden Eier mit Speck gebrutzelt. Ausserdem gibt es Bohnen, Kaffee und den australischen Billy Tea. Den Speck müssen wir allerdings mit frechen Kookaburras teilen. Danach führt uns der Ranger zu den Lava Tubes. Der Eingang zu den Lavahöhlen befindet sich hinter dichtem Buschwerk. Eine grüne Baumschlange schlängelt sich direkt vor unserer Nase über einen Ast. Fledermäuse an der Höhlendecke werden durch unsere Taschenlampen kurz aufgeschreckt. Stellenweise findet man Skelette von Kangaroos die sich zum Sterben in die Höhlen zurückgezogen haben. Am Nachmittag machen wir uns dann wieder zurück auf den Weg nach Cairns. Zwischendurch noch kurzer Stop bei den 60 Meter breiten Millstreamfalls. Zurück auf dem Campground ist mal wieder Waschtag angesagt. Für 50 Cent bekommt man normalerweise einen Becher Pulver aus dem Waschpulverautomat. Doch der Automat hört und hört nicht mehr auf. Am Schluss ist der Kasten leer und unser mittlerweile daruntergestellte Kochtopf voll. Ein Fall für "Pleiten, Pech und Pannen“:

Heute fahren wir über die Küstenstrasse zur nördlich von Cairns gelegenen Ortschaft Port Douglas. Auf einer Halbinsel befindet sich der lange tropische Bilderbuchstrand. Im Hintergrund die Regenwaldkulisse des Daintree National Parks. Türkisfarbenes Wasser lädt förmlich zum Baden ein. Hinweisschilder warnen aber vor dem gefährlichen Jelly Boxfish. Kontakt mit dieser Quallenart kann bei Menschen innerhalb weniger Minuten zum Tode führen. Es ist daher sehr ratsam die Warnungen strikt zu beachten. DieTemperatur hat sich zwischenzeitlich bei 35°C eingependelt. Im beschaulichen Port Douglas kaufen wir uns in einem kleinen Laden ein wunderschönes, schwarzbemaltes Didgeridoo. Zurück nach Cairns gehts wieder über den Cook Highway - wohl einen der schönsten Küstenstrassen Australiens.

Mittags entscheiden wir uns zur Überfahrt nach Green Island. Mit dem Jetboot gehts hinaus zum Korallenatoll. Heftiger Wellengang führt dazu, dass sich einige der Passagiere übergeben müssen. Das Wasser wird jetzt immer grüner. Teilweise kann man schon vom Boot aus das Riff sehen so klar ist hier das Wasser. Auf der Insel setzen wir auf ein Glasbodenboot um. Das Wetter verschlechtert sich jetzt urplötzlich. Durch das aufgewühlte Wasser erkennt man das Riff nur noch undeutlich. Dennoch hat sich die Fahrt gelohnt. Das Meer hat sich seit dem Zyklon von vor vier Wochen noch nicht ganz beruhigt. Da die Aussicht auf das Riff heute nicht ganz so gut war, bekommen wir das Geld für die Tour zurückerstattet. Immerhin 14 Dollar gespart. Als wir abends wieder in Cairns ankommen, wird das Wetter wieder gut und wir machen noch einen kleinen Stadtbummel. Auf dem Markt erzählt uns ein Hutverkäufer, dass morgen Helmut Kohl zu Besuch nach Port Douglas kommt und dass er ihm einen Hut schenken möchte. Als Gegenleistung wünscht er sich ein gemeinsames Foto mit dem Bundeskanzler. Stolz zeigt er uns noch ein Bild zusammen mit Bill Clinton.

Für 14 Uhr buchen wir einen Rundflug über das Great Barrier Reef. Vorher machen wir aber noch einen Abstecher zum Flying Doctors Service in der Junction Street. Ein Boardwalk in der Nähe des Flughafens führt tief in die Mangrovensümpfe. Aber Vorsicht - wer sich hierher verirrt, wird gleich zur Begrüssung von unzähligen Moskitos empfangen. Orangerote und schwarze Krebse säumen den Weg durch die Sumpflandschaft. Schlammspringerfische tummeln sich am sumpfigen Ufer. Mittlerweile ist es 14 Uhr und Zeit für unseren Rundflug. Das Wetter ist fantatisch! Über 2000 Kilometer erstreckt sich das Great Barrier Reef an der Nordostküste von Gladstone hinauf zu den Torres Straits Inseln vor Neuguinea. Vom Flugzeug aus lassen sich die gewaltigen Ketten von Korallenbänken am besten betrachten. Bevor wir aber wieder zur Landung ansetzen können, werden wir über Funk aufgefordert noch eine Warteschleife zu fliegen, da gerade ein Flugzeug der Bundesluftwaffe auf dem Airport in Cairns heruntergeht. An Board der Maschine befindet sich unser Bundeskanzler Helmut Kohl, der zum Staatsbesuch in Australien eintrifft. Da wir Morgen abreisen werden, nutzen wir die verbleibende Zeit noch zum Einkaufen der letzten Souvenirs.

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Heute ist Abreisetag. Wir geben unseren Wagen in der Sheridan Street ab und fahren von dort aus mit dem Taxi zum Flughafen. Im Duty Free kaufen wir noch günstig australische Zigaretten. Die 300ter Packung "Horizon" gibts schon für 20 Aussie Dollar. In Darwin machen wir noch eine kleine Zwischenlandung. Aus der Maschine heraus sehen wir ein letztesmal einen dieser traumhaft, schönen Sonnenuntergänge. Danach nochmals ein Zwischenstop in Bangkok und Singapur. Nachts um eins hat es auf der Flughafenterrasse noch 33°C.

Nach einem langen aber ruhigen Flug landen wir schliesslich in den frühen Morgenstunden wieder in Frankfurt.
Fortsetzung folgt - vielleicht schon wieder in zwei Jahren?

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