| Das Taxi
zum Hauptbahnhof steht bereits vor der Tür. Der Zug um 15:50 Uhr nach
Frankfurt hat allerdings Verspätung. Die Maschine der australischen
Fluggesellschaft Qantas nach Bangkok ist am heutigen Tag überbucht.
Wir werden gefragt, ob wir bereit wären für 450 Dollar plus Hotel
einen Tag später zu fliegen. Da wir aber einen Anschlussflug in Bangkok
haben, lehnen wir dankend ab. Um 22:40 Uhr hebt unsere Maschine ab Richtung
Thailand.
Nach elf
Stunden setzt die Maschine zur Landung auf dem Flughafen "Don Muang" von
Bangkok auf. Die Uhren werden um fünf Stunden vorgestellt. Bei 34°C
ist es zudem noch verdammt feucht und schwül. Mit dem Shuttle-Bus,
einem ollen Toyota Hiace, brauchen wir eine knappe Stunde zum "Indra Regent
Hotel" in der City. In der Nähe vom Hotel gibt es jede Menge Verkaufsbuden
und Essensstände mit allerlei exotischen Delikatessen wie etwa Heuschrecken
am Spiess. Der Strassenverkehr wirkt auf den ersten Blick etwas chaotisch,
doch trotz allem, er funktioniert. Eine Dunstglocke liegt über der
Stadt und lässt die Abgase der 2,5 Millionen Autos nicht entweichen
- es stinkt zum Himmel. Wir gehen zurück ins Hotel, geniessen den
Empfangscocktail und machen uns über das Buffet her. Vor dem Hotellift
treffen auf Dettmar Cramer, Ex-Trainer von Bayern München. Seit zwei
Monaten ist er Technischer Direktor der thailändischen Fussball-Nationalmannschaft.
Zum Abschluss des Tages ziehen wir uns noch MTV-Asia auf unserem Hotelzimmer
rein.
Der Shuttle-Bus
fährt bereits um 6:45 Uhr zurück zum Flughafen. Wir fliegen nun
mit British Airways weiter nach Hong Kong. Hier erleben wir nun hautnah
den spektakulären Landeanflug über die Wohnhäuser der sechs
Millionen Einwohner Metropole. Langsam senkt sich die Maschine - kippt
kurz nach links dann wieder nach rechts. Man kann jetzt direkt in die Wohnzimmer
blicken sofern man auf der rechten Seite sitzt. Die Tragflächen scheinen
fast die Wäsche von den Leinen streifen zu wollen. Kurz darauf erfolgt
die Landung auf dem Flughafen "Kai Tak". Die Uhr wird nochmals eine Stunde
vorgestellt. Im Flughafengebäude herrscht hektisches Treiben. Danach
gehts wiederum mit dem Shuttle-Bus zum Hotel "Grand Tower" im Stadtteil
Kowloon. Gleich im Anschluss besichtigen wir den "Bird Market" von Kowloon
- dem Treffpunkt der Vogelliebhaber. Mit der "Star Ferry" setzen wir nach
Hong Kong Island über. Den besten Blick auf die Stadt hat man vom
"Victoria Peak". Um auf den Hausberg Hong Kongs zu gelangen empfiehlt sich
die Fahrt mit der Peak Tram. Nebelschwaden umhüllen die zahlreichen
Wolkenkratzer. Mittlerweile ist es schon dunkel und so machen wir uns auf
den Weg zum Hard Rock Cafe. In der Temple Street befindet sich der Nightmarket.
Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich die Strasse in einen riesigen
Basar. Kleidung, Uhren, Elektrogeräte aber auch Fälschungen bekannter
Marken findet man zu absoluten Tiefstpreisen.
> Perth |
> Pinnacles |
> Pinnacles |
> Pinnacles |
> Sydney |
Um 12:45
Uhr holt uns der Airportbus vor dem Hotel ab. Unser nächstes Ziel
ist Perth in Westaustralien. Dem Steward sind wir anscheinend sehr sympatisch.
Er füllt ständig unsere Weingläser nach - steckt uns noch
eine Flasche Cabernet Sauvignon zu und überreicht uns zudem ein Qantas
Kartenspiel. Nebenbei bekommen wir noch ein paar Dosen Tooheys-Bitter zugesteckt
- für alle Fälle. Ob es wohl daran liegt, dass wir die ganze
Zeit im Reiseführer über Westaustralien lesen? Egal! Endlich
sind wir nun in Perth. Es ist bereits ein Uhr Nachts. Der Shuttlebus erreicht
um 2:15 Uhr das "Sullivan Hotel" in der Mounts Bay Road. Wir geniessen
noch ein Weilchen die herrliche Aussicht auf das nächtliche Perth
und fallen dann irgendwann gegen vier Uhr morgens todmüde ins Bett.
Nach dem
Frühstück machen wir uns auf den Weg zu "Britz Rentals" am Great
Eastern Highway um unseren Toyota LandCruiser abzuholen. Nachdem nun alle
Formalitäten erledigt sind, fahren wir nochmal zurück in die
Stadt. Perth gilt als die isolierteste Gross-Stadt der Welt. Nach Adelaide
sind es lächerliche 2700 Kilometer und nach Sydney gerade einmal 4300
Kilometer. Trotz seiner Grösse von 1.1 Millionen Einwohnern wirkt
die Stadt doch sehr gemütlich und recht übersichtlich. Mit dem
Zug gelangen wir zur 20 Kilometer entfernten Hafenstadt Fremantle. Der
historische Stadtkern gehört wohl zu den schönsten Australiens.
Die alten Markthallen oder das "Sail and Anchor", die erste Pub-Brauerei
Westaustraliens, ziehen zahlreiche Besucher an.
Bevor es
heute weiter zu den Pinnacles geht, machen wir noch einen kurzen Abstecher
zum Kings Way Park. Von hier oben hat man einen grandiosen Blick auf den
Swan River und die Skyline von Perth. Weiter gehts Richtung Norden. Nach
etwa vier Stunden erreichen wir die Ortschaft Cervantes am Rande des Nambung
National Parks. Tausende, teilweise bis zu sechs Meter hohe Kalksteinsäulen
bedecken diesen Wüstenabschnitt. Dunkle, schwarze Gewitterwolken bilden
einen starken Kontrast zum leuchtend, gelben Sand. Hin und wieder ertönt
ein Donnergrollen, Blitze erhellen kurzzeitig das Landschaftsbild – ein
fantastisches Naturschauspiel. Als Zugabe erscheint am Horizont noch ein
wunderschöner Regenbogen. Wir brauchten nicht lange zu warten, und
schon haben wir wieder herrlichen Sonnenschein. Die Fahrt hierher hat sich
also gelohnt!
Die Fahrt
zurück nach Perth führt uns durch das Swan Valley. Wir legen
einen Stop ein und machen eine Wanderung am Fluß entlang. Auf einem
Baum entdecken wir einen Kookaburra. Dieser Vogel gehört zur Familie
der Eisvögel und wird bis zu 40 Zentimeter gross. Wir kommen bis auf
zwei Meter an ihn heran. Dabei entdecken wir auch eine grosse Spinne auf
seinem Gefieder. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Caversham
Wildlife Park. Das Thermometer steigt jetzt auf 35°C. Die Kangaroos
haben einen schattigen Platz unter den Bäumen gefunden. Einer der
Tierpfleger trägt einen Wombat spazieren. Man darf ihn sogar anfassen
und auf den Schoß nehmen. Fühlt sich aber ganz schön kratzig
an. Zurück in Perth machen wir uns auf die Suche nach einer neuen
Unterkunft. Wir finden auch sofort ein Hotel in der Nähe des Stadtzentrums.
Der Regenbogenflagge am Eingang des Hotels fügen wir keine Bedeutung
bei. Wie sich später aber herausstellt sind wir in einem Hotel für
Schwule und Lesben gelandet. Nun gut, wir waren zu müde und das Zimmer
billig (35 Dollar), also was soll’s.
Am Morgen
ist das Hotel wie ausgestorben. Kein Mensch weit und breit. Frühstück
machen wir in einem der vielen kleinen Bistros in der Innenstadt. Danach
bringen wir den Wagen wieder zurück zu "Britz". Da die Übergabe
schnell vonstatten geht sind wir auch dementsprechend viel zu früh
am Flughafen und können schon um 13:35 Uhr statt um 16:20 Uhr nach
Sydney fliegen. Die Hauptstadt von New South Wales ist mit 3,5 Millionen
Einwohnern zugleich auch größte Stadt Australiens. Hier wird
die Uhr nochmals zwei Stunden vorgestellt. Wir übernachten im "Gazebo
Tower Hotel" an der Elizabeth Bay. Allerdings buchen wir schnell noch unser
Zimmer um. Für 25 Dollar Aufpreis bekommen wir ein Zimmer mit Blick
auf die Skyline, die Harbour Bridge und das Opernhaus. Wir ziehen gleich
darauf noch mal los nach Kings Cross, dem Vergnügungsviertel von Sydney.
Zum Tagesabschluss trinken wir noch ein Bierchen in der Hotelbar. Vom Bett
aus geniessen wir die fantastische Ausicht auf die Skyline von Sydney.
> Sydney |
> Sydney |
> Sydney |
> Sydney |
> Blue Mountains |
Frühstück
in Kings Cross. Hier bekommt man schon für wenig Geld Riesenportionen
Bacon and Eggs mit French Fries serviert. Wir gehen in den alten, historischen
Stadtteil "The Rocks" und besuchen dort den "Rocks Market". Anschliessend
machen wir eine zweieinhalbstündige Hafenrundfahrt. Beneidenswert
wie die Leute hier wohnen. Häuser direkt am Hang mit Lift hinunter
zum Boot - Traumvillen so weit das Auge reicht. Wer es sich leisten kann,
für den ist diese Gegend also genau die richtige Adresse. Wir kommen
jetzt an der Shark Bay vorbei. Diese Bucht wird mit einem Hainetz geschützt.
Vor 35 Jahren gab es einen Haiangriff auf eine Frau, die nur 60 Zentimeter
tief im Wasser stand. Den Rest des Tages verbringen wir mit Sightseeing
in Sydney.
Heute fahren
wir mit der Jettycat, einem Schnellboot raus nach Manly - einem schönen,
kleinen Badeort auf einer Halbinsel gelegen. Dort besuchen wir das
Unterwasseraquarium "Ocean World". Wieder zurück in Sydney geniessen
wir den Sonnenuntergang vom "AMP Tower" aus. Sydney von oben muss man einfach
gesehen haben! Am Abend streifen wir durch das Travellerzentrum Kings Cross
mit seinen vielen Hostels, Cafes, Restaurants und Nightclubs. Irgendwie
gelangen wir spät nachts auch wieder zum "Manhattan Hotel" an
der Elizabeth Bay. Hier machten wir 1995 Quartier während unserer
ersten Australia Tour.
Wir kaufen
uns heute ein Tagesticket für die Mono-Rail. Kostet nur 7 Dollar und
man kann ein- und aussteigen wo man will. Eine bequeme Art Sydney kennen
zu lernen. Aus sentimentalen Gründen machen wir einen kurzen Stop
beim Standesamt, danach geht es weiter nach Darling Harbour, zum Queen-Victoria-Building
und ins Town Center. Nach dieser Rundfahrt nehmen wir uns ein Taxi zum
Hard Rock Cafe. Der Taxifahrer, ein Aboriginal People, ist sichtlich erfreut
über unser Interesse an der Kultur und Geschichte der australischen
Ureinwohner. Er erzählt uns von der australischen Rock Band "Midnight
Oil" und dass diese für die Rechte und Interessen der Aboriginal People
eintreten. Im Hard Rock Cafe bekommen wir, nachdem wir dem Barkeeper erzählt
haben, dass wir vor zwei Jahren hier geheiratet haben eine Runde VB spendiert.
Heute holen
wir unseren nächsten Geländewagen bei "Britz Rentals" im Stadtteil
Mascot ab. Wir müssen aber über eine Stunde warten. Endlich haben
wir den Wagen. Die heutige Fahrt führt uns über Penrith in den
100 Kilometer westlich von Sydney gelegenen Blue Mountains National Park.
Ihren Namen verdanken die Blauen Berge dem Umstand, dass durch die Verdunstung
von Eukalyptusöl eine bläuliche Dunstglocke über dem Wald
liegt. Wind und Wetter formten die steilen Canyons, Schluchten und weiten
Täler. Übernachten werden wir heute in Lithgow. Ganz praktisch,
der Bottle Shop befindet gleich neben dem Motel. So können wir also
erstmal unsere Biervorräte auffüllen.
> Three
Sisters |
> Billabong |
> Kookaburra |
> Kangaroo |
> Crocodile |
In den frühen
Morgenstunden fahren wir weiter nach Katoomba, dem Hauptort der Blue Mountains.
Unterhalb der Felsformation "Three Sisters“ beobachten wir die Freeclimber
in der Sandsteinwand. Schock! Ein Kletterer stürzt zehn Meter in die
Tiefe und schlägt auf einem Felsvorsprung auf. Wir holen sofort Hilfe
im nahegelegenen Visitors Center. Wenig später erscheinen auch schon
die Rettungshelfer und bergen den schwerverletzten Freeclimber aus der
Wand. Doch er scheint nicht lebensgefährlich verletzt zu sein. Nach
diesem Erlebnis ist uns der Spass am Klettern erstmal vergangen. Die beste
Aussicht auf die drei Felssäulen und das darunter liegende Jamison
Valley hat man allerdings vom Aussichtspunkt "Echo Point" südlich
von Katoomba.
Nach Sonnenaufgang
zieht es uns noch einmal zu den "Three Sisters". Traumhaft so früh
am Morgen. Gespenstisch ragen die drei Felsen aus dem Morgennebel empor.
Nun machen wir uns aber auf den Weg Richtung Gosford an der Ostküste.
Dort kann man "Old Sydney Town“ besichtigen. Ein Freilichtmuseum, in dem
man das Gefühl nicht los wird, 200 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt
zu sein. Während der Fahrt nach Forster kommt man an einem Roadhouse
vorbei, welches vom Baustill dem Ayers Rock nachempfunden wurde. Wirklich
toll gemacht, sieht fast aus wie das Original, nur eben ein bisschen kleiner.
In Forster findet an diesem Tag gerade der "Ironman Triathlon Australia“
statt. Auf dem Campground mieten wir uns ein Cabin. Nach einer Portion
Chickenschnitzel am Abend bauen wir noch schnell das Cassettenradio (von
Deutschland mitgebracht) ins Auto ein. Die "Britz" Fahrzeuge verfügen
leider nur über ein Radio ohne Casssettenteil - das heisst - tausende
von Kilometern ohne Musik - nur Gelaber und Werbejingles und zwischen den
Ortschaften meist auch noch absolute Funkstille. Nee, nee - das müssen
wir uns nicht antun.
Um 5:20 Uhr
werden wir lautstark von einen Kookaburra geweckt. Jetzt erstmal Bacon
and Eggs in die Pfanne hauen und das Vesperpaket für unterwegs zusammenstellen.
Um acht Uhr fahren wir weiter nach Port Maquarie. Wir parken unseren Wagen
direkt im Ort und machen uns zu Fuss auf den Weg zum Koala Hospital. Uff,
wir brauchen eine halbe Stunde bei brütender Hitze. Im Freigehege
befinden sich zwei Koalas auf dem Weg der Besserung. Auf der Intensivstation
sind es leider deren fünf. Verbrennungen durch die letzten Buschfeuer
führten zu schlimmsten Verletzungen. Zurück am Auto trifft uns
schier der Schlag - an der Windschutzscheibe hängt ein Strafzettel
wegen zu langem Parken. 58 Dollar kostet uns der Spass! Heute fahren wir
noch bis Coffs Harbour. Nachdem wir uns im Bananatown Motel eingemietet
haben machen wir uns auf die Suche nach einem gemütlichen Pub. Der
Himmel ist glutrot! Wir essen noch eine Kleinigkeit an einer Imbissbude
und finden schliesslich ein uriges Pub mit Billard. Coffs Harbour liegt
bekanntlich direkt am Pacific Highway - was natürlich bedeutet, dass
wir in dieser Nacht kaum Schlaf finden, da unzählige Trucks direkt
an unserem Zimmer vorbeidonnern.
"Willkommen
in Queensland"! Auf dem Weg nach Surfers Paradise an der "Gold Coast" treffen
wir am Strassenrand auf einen Australier dem wohl der Sprit ausgegangen
ist. Eine Tankstelle befindet sich aber in unmittelbarer Nähe - also
schieben wir die Karre bis dorthin. Der Strand von Surfers ist an diesem
Tag absolut leer - das Wasser herrlich blau und klar. Vereinzelt sieht
man Windsurfer auf doch eher ruhiger See. Nach Brisbane, der drittgrössten
Stadt Australiens, ist es nur noch einen Katzensprung. Über viele
Hügel erstreckt sich die Stadt mit ihren Vororten. Im "Banana Bender“
Backpackers, nicht weit von der City entfernt, finden wir für 15 Dollar
eine preiswerte Unterkunft.
Nach dem
Frühstück machen wir uns also zu Fuss auf den Weg in die Innenstadt.
Moderne Bürotürme beherrschen das Bild der 1.1 Millionen Einwohnern
zählenden Hauptstadt von Queensland. Nach einer ausgiebigen Erkundungstour
lassen wir den Abend bei einer Bootstour auf dem Brisbane River ausklingen.
> australia
tour 1997...................................1. ....2. |